Silverlight 4 - vom Browser-Plugin zum Anwendungsmodell

Auf der Entwicklerkonferenz PDC 09 war es das große Thema am 2. Tag, Silverlight 4. Dank einer Fülle neuer Features soll es sich auch als Alternative zu traditionellen Desktopanwendungen empfehlen und gegenüber dem Konkurrenten Flash weiter auf- und überholen. Die erste Beta ist seit Ankündigung auf der PDC als Download verfügbar.

    

» Von Peter Monadiemi, 07.12.2009 18:21.

Silverlight-Entwickler haben es zur Zeit nicht ganz leicht den Anschluss nicht zu verlieren. Erst im Sommer wurde Silverlight 3 offiziell, nicht einmal ein halbes Jahr später wird bereits ein Nachfolger angekündigt. Doch wie immer gibt es Gründe für die etwas ungewöhnlichen Release-Zyklen. Der Markt für Rich Internet Applications (RIAs) (wenngleich Microsoft den Begriff offiziell nicht verwendet) wächst schnell, die Konkurrenz (in diesem Fall Adobe mit Flash, Flex und Air) schläft nicht und die Wunschliste der Entwickler war bereits nach dem Release der Version 2.0 (der ersten Version auf der Basis von .NET) umfangreich. Hinzu kommt, dass Microsoft Silverlight im Rahmen seiner auf der PDC 09 verkündeten "3 Screens and a cloud"-Strategie sowohl im Browser als auch auf den verschiedenen Desktops (Windows-Desktop, Windows-Desktop mit Touch-Interface bzw. im Rahmen von Microsoft Surface, mobile Geräte auf der Basis von Windows Mobile - ein Silverlight for Windows Mobile gibt es im Moment allerdings noch nicht) strategisch platzieren möchte. Die dafür erforderlichen "strategischen" Features, sprich ein Out of Browser-Modus mit umfassenden Möglichkeiten, gab es bislang nicht im Rahmen von Silverlight 3.

Was ist neu?

Die Liste der für Neuerungen für Silverlight 4 ist lang (Tabelle 1 am Ende des Artikels stellt die wichtigsten Features zusammen), so dass sie Microsoft-Entwicklungschef Scott Guthrie in der zweiten Keynote während der PDC 09 zunächst auf drei Punkte reduzierte: 1. Media 2. Geschäftsanwendungen 3. Über den Browser hinaus. Der Punkt Media wird durch verbesserte IIS Streaming Services beim Silverlight-Hosting erreicht, die neuerdings auch explizit die Apple Ipod-Plattform unterstützen. Der Punkt Geschäftsanwendungen bezieht sich auf den Umstand, dass z.B. über Data Binding externe Daten sehr flexibel und optisch ansprechend im Rahmen der Anwendung angezeigt werden. Eingebunden werden die Daten über die WCF RIA Services (vormals .NET RIA Services). Der "Out of Browser"-Modus, bei dem eine Silverlight-Anwendung in einem eigenen Anwendungsfenster ausführt, wurde bereits mit Silverlight 3 eingeführt und wird mit der kommenden Version deutlich erweitert, so dass sich eine solche Silverlight-Anwendung nicht mehr grundlegend von einer traditionellen Desktop-Anwendung unterscheidet.

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