SAP macht Versicherungen flexibler

Die Versicherungslösung "SAP for Insurance" ist ab sofort für den Schweizer Markt freigegeben. Damit sollen Unternehmen Prozessveränderungen in wenigen Tagen realisieren können.

Offizieller Startschuss für "SAP for Insurance" in der Schweiz.
    

» Von Michael Kurzidim, 11.03.2010 16:15.

Viele Schweizer Versicherungen arbeiten auch heute noch mit Eigenentwicklungen, die aus den 1970er-Jahren stammen. Damals steckte die strukturierte Programmierung noch in den Kinderschuhen, der sogenannte Spaghetti-Code war extrem populär und von Dingen wie Service-orientierten Architekturen (SOA) las man allenfalls in Science-Fiction-Romanen. Prozessveränderungen, wie sie innovative, neue Versicherungsprodukte erfordern, sind in diesen Systemen nur durch direkten Eingriff in den Sourcecode zu bewerkstelligen und nehmen häufig Monate in Anspruch. Von End-to-end-Modellierung (Beratung - Produktion - Management) kann keine Rede sein. Medienbrüche sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Dem setzt SAP seine neue Versicherungslösung "SAP for Insurance" entgegen, die laut SAP die Kernprozesse einer Versicherung abbildet und ab sofort für den Schweizer Markt freigegeben ist. Christian Knechtle, Director Financial Services bei SAP, benennt vier Stärken der neuen Versicherungssoftware, die weltweit einigartig seien: End-to-end-Prozessmodellierung, eine integrierte Business Process Platform, dynamische Prozessmodellierung in Tagen und die Konvergenz zwischen Business Process Management (BPM) und Business Intelligence (BI).

Grafischer Prozesseditor im Sommer

Ein grafischer Geschäftsprozess-Editor, der die Modellierung erleichtert und Prozessveränderungen auf Tage reduziert, soll im Sommer dieses Jahres kommen. Zurzeit müssen sich Anwender noch durch Menüs und Optionen hangeln. Für weniger geschulte Anwender orchestriert "SAP for Insurance" Prozesse wie den Abschluss einer Kraftfahrzeug-Versicherung samt Prämienberechnung oder die Aufnahme eines Schadensfalles, die Software gibt also alle notwendigen Schritte vor.

Laut Knechtle hat sich durch das überholte Enterprise Management der Anteil der Dunkelverarbeitung, eine Art automatische Job-Verarbeitung im Hintergrund, wesentlich erhöht. Früher notwendige manuelle Arbeiten entfallen dadurch. Als Käuferzielgruppe denkt SAP an die 20 grössten Versicherer der Schweiz, aber auch kleinere Häuser. In Deutschland wird die Lösung unter anderen vom HDI-Gerling-Konzern eingesetzt. Einen Pilotkunden in der Schweiz gibt es zurzeit noch nicht.

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