SAP Enterprise Support: "Klarer Mehrwert" heiss diskutiert

SAP hatte sich weit aus dem Fenster gelehnt und einen klaren Mehrwert versprochen. Der Enterprise Support sei jeden Rappen wert. Den Schweizer KMUs reichen die erzielten Ergebnisse aber überhaupt nicht aus. Die wahren Zahlen.

Die Walldorfer werden heute zu Recht an ihren damaligen Verprechungen gemessen.
  

» Von Michael Kurzidim, 07.12.2009 11:53.

Der neue Enterprise Support sei sein Geld wert, der KPI-Benchmark habe einen "klaren Mehrwert" gemessen, liess SAP Anfang Dezember in einer Pressemitteilung verlauten. An einen klaren Mehrwert hatten die Walldorfer ihren nächsten Preiserhöhungsschritt für Schweizer Kunden gekoppelt, und setzen just diese Preiserhöhung jetzt aus. Der Verdacht ist gesät: War der gemessene Mehrwert vielleicht doch nicht so überzeugend, wie von SAP kommuniziert?

Schweizer IG Wartung hält dagegen

Für den einen ist es klar, für den anderen dicke Klosbrühe. "Der in der der SAP-Pressemeldung erwähnte "klare Mehrwert" konnte bei keiner der im Benchmark-Programm beteiligten Firmen nachgewiesen oder erreicht werden", kritisiert die Interessengemeinschaft SAP Wartung CH in einer aktuellen News vom 7. Dezember. Und vermutet: "SAP verschiebt wegen fehlendem Mehrnutzen wahrscheinlich die Preiserhöhung um ein Jahr". Die Software-Qualität von SAP ES sei immer noch als mangelhaft einzustufen, ein Teil der Aufwände ginge zulasten von Gewährleistung, bemängelt die IG. Positiv vermerken die Schweizer allerdings die qualitativ sehr gute Unterstützung seitens SAP und das gute Reporting.

Klarer Mehrwert - konkrete Zahlen

Ziemlich weit hatten sich die Walldorfer aus dem Fenster gehängt und zweistellige Kostensenkungen in Aussicht gestellt. Wohl auch, um dem hitzigen ES-Streit die Schärfe zu nehmen und ein wenig Luft aus dem Kessel zu lassen. Jetzt aber wird der ERP-Weltmarktführer an seinen damaligen Versprechungen gemessen.

Auf der SAP World Tour in Mannheim Anfang Juni dieses Jahres, an der Computerworld teilnahm, bezifferte Executive Vice President Uwe Hommel, bei SAP verantwortlich für den globalen Support, erstmals die durch Enterprise Support erreichbaren Einsparungen. Laut Hommel würden die Kosten für die Konzeptions- und Schnittstellenplanung um 30 Prozent

sinken. Das Kostensenkungsziel im Lifeccycle von E2E-Applikationen liege bei fünf bis zehn Prozent. Bei den Kosten für Application-Lifecycle-Management-Tools würden Schweizer Firmen 20 Prozent

einsparen, versprach Hommel damals. Die Aufwände für Systemressourcen und Infrastruktur sollten um 15 Prozent sinken.

Tolle Aussichten, oder alles heisse Luft? Offiziell kommuniziert wurden diese Zahlen nie.

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