Prognose: Schweizer ICT-Markt 2009

Der Schweizer ICT-Markt behauptet sich und wächst 2009 moderat um 209 Millionen Franken. Aber nicht alle Bereiche legen zu.

Prognose: Schweizer ICT-Markt 2009 nach Segmenten
  

» Von Michael Kurzidim, 02.12.2008 17:00. Letztes Update, 02.12.2008 17:02.

So rosig wie im Juni dieses Jahres sieht es zwar nicht mehr aus. Im Frühsommer rechnete das Marktforschungsinstitut MSM Research noch mit einem ICT-Ausgabenwachstum von 3,6 Prozent. Aber immerhin bleiben die Prognosen positiv. Im kommenden Jahr sehen die Marktanalysten den ICT-Markt in der Schweiz mit 1,3 Prozent im Plus.

Kleine Firmen reagieren schnell

"Die ICT-Budgets 2009 stehen unter hohem Druck und die geplanten Ausgaben werden zweimal hinterfragt", erläutert Philipp Ziegler, Geschäftsführer von MSM Research, die Korrektur nach unten. Hauptverantwortlich für den Rückgang des prozentualen Wachstums der ICT-Ausgaben werden Unternehmen aus dem Finanzsektor sein, gefolgt von stark exportorientierten Industrieunternehmen und deren Zulieferer. Vieles werde aber erst in den kommenden Monaten festgezurrt, vor allem bei den kleineren Firmen, sagt Ziegler. Während mittlere und grössere Unternehmen ICT-Projekte langfristig planen und ICT-Vorhaben nicht von heute auf morgen streichen, reagieren kleine Firmen wesentlich schneller auf wirtschaftliche Veränderungen. Dabei machen kleine Unternehmen bis 100 Mitarbeiter etwa ein Drittel des Schweizer ICT-Marktes aus.

Moderates Wachstum auf 16,33 Milliarden

Insgesamt werde der ICT-Markt 2009 um 209 Millionen auf 16,33 Milliarden Franken anwachsen, sagen die Marktforscher voraus. Aber nicht alle Bereiche legen gleichermassen zu. Für Software sollen die Ausgaben um 2,4 Prozent steigen. Ganz oben auf der Agenda stehen höhere Investitionen in Business-Intelligence-Lösungen (BI), Enterprise-Content-Management-Systeme (ECM), Workflow und Sicherheit.

Desktops schrumpfen, Notebooks wachsen

ICT-Wachstumsraten: Gewinner und Verlierer
ICT-Wachstumsraten: Gewinner und Verlierer
Der Hardwarebereich wird im kommenden Jahr um 1,1 Prozent schrumpfen, vor allem Desktops und Server lassen nach. Die Abverkäufe von Notebooks und Storage-Produkte sollen zwar wachsen, was den steigenden Anforderungen nach Mobilität und der wachsenden Datenflut geschuldet sei. Insgesamt aber geht der Trend nach unten.

Auch der Dienstleistungsmarkt wird 2009 eine Verschnaufpause einlegen. Im Jahr 2008 betrug das Wachstum noch 4,4 Prozent. Im kommenden Jahr erwarten die Marktforscher nur noch eine moderate Ausgabensteigerung um 1,9 Prozent. Mit einem ähnlich drastischen Einbruch der ICT-Ausgaben wie etwa in den Jahren 2002 und 2003 rechnet MSM Research zurzeit nicht.

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