Preiserhöhung für Schweizer SAP-Kunden

Vorsorglich hat SAP Schweiz ihre Kunden per Brief auf eine Preiserhöhung Anfang 2010 vorbereitet. Voraussetzung sind allerdings Effizienzverbesserungen von mindestens vier Prozent. Ansonsten gibts das Geld zurück.

SAP Schweiz erhöht vorsorglich schon mal die Wartungspreise.
  

» Von Michael Kurzidim, 15.10.2009 10:48. Letztes Update, 15.10.2009 10:53.

Vor einigen Tagen flatterte Schweizer SAP-Kunden ein Brief auf den Schreibtisch. Darin kündigt SAP Schweiz eine Preiserhöhung für den obligatorischen Enterprise Support auf 18,9 Prozent an. Ab Anfang 2010 soll die höhere Wartungspauschale greifen. Zurzeit zahlen Schweizer Firmen 18,36 Prozent.

Was SAP Schweiz geflissentlich verschweigt: Die Preiserhöhung ist abhängig von signifikanten Effizienzverbesserungen. Die mittlerweise über 50 Schweizer KMU, die sich in der IG SAP Wartung CH zusammengeschlossen haben, hatten immer wieder betont, dass ihnen der teurere Enterprise Support nichts bringe und an ihren Anforderungen vorbei gehe. Warum also für einen Service mehr Geld bezahlen, der im Alltag der Unternehmen keinen Mehrwert generiert, fragten sich die Schweizer. Daraufhin hatte SAP Schweiz zusammen mit der Anwendervereinigung SUGEN eine Benchmark-Suite aufgesetzt, die den Mehrwert des teureren Enterprise Support beweisen soll.

Zielmarke liegt bei vier Prozent

Die Zielmarke liege bei Effizienzverbesserungen von mindestens vier Prozent, sagte Andreas Oczko, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP User Group (DSAG) auf DSAG-Jahrestagung Ende September in Bremen. Dort wurde der Berner Christian Zumbach mit überwältigender Mehrheit in den DSAG-Vorstand gewählt. Seitdem hat die Schweiz dort mehr Gewicht.

Das Vertrackte an der Sache: Die Benchmark-Ergebnisse liegen erst im November dieses Jahres vor. Erst dann kann nachweisbar entschieden werden, ob SAP Recht hat und der Enterprise Support in Schweizer Unternehmen tatsächlich Mehrwert generiert. Die Benchmark-Messungen bestehen aus elf KPIs aus vier Bereichen. Gemessen wird in 100 Unternehmen, zu denen auch drei Schweizer gehören.

SAP: Im Ernstfall Geld zurück

Ergeben die Messungen keine Verbesserung von mindestens vier Prozent, hat sich SAP Schweiz dazu verpflichtet, die nächste Support-Preiserhöhung auszusetzen. Wozu also heute schon die geflissentliche Mitteilung? Holger Rungwerth, Pressesprecher von SAP Schweiz, beeilte sich denn auch, gegenüber unserer Schwesterzeitschrift CIO klar zu stellen: "Stellt sich heraus, dass der im Benchmarking gemessene Mehrwert von Enterprise Support nicht in der angekündigten Höhe bei den Kunden aufschlägt, müssen diese auch nicht die Preiserhöhung bezahlen. Wir werden dann die zu viel gezahlte Differenz zurück erstatten."

Die Frage ist nur: Reichen drei Schweizer KMU als repräsentative Stichprobe für die gesamte Schweizer Unternehmenslandschaft aus? Eigentlich nicht. SAP sollte die Benchmark-Suite sofort allen Schweizer Kunden zur Verfügung stellen.

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