Intel und Nokia forcieren Handy-Internet

Intel und der finnische Handy-Hersteller Nokia kooperieren. Langfristig sollen dabei ultraschnelle Smartphones entstehen, die konstant über Highspeed-Netze mit dem Internet verbunden sind.

Intels Anand Chandrasekher: Mobiles HighSpeed-Internet jederzeit und überall
  

» Von Michael Kurzidim, 23.06.2009 19:05.

"Die technologische Partnerschaft mit Intel ist ein extrem wichtiger Meilenstein für unsere beiden Unternehmen", betonte Kai Öistämo, Executive Vice President bei Nokia, auf der heutige internationalen Telefon-Pressekonferenz. Langfristig soll dabei eine ganz neue Klasse von mobilen Computern entstehen, die sich durch hohe Rechenleistung und eine konstante Highspeed-Verbindung zum Internet auszeichnet.

Möglich macht das Intels energiesparsame Atom-Chipsatzreihe, die der Chipriese bereits auf dem letzten Intel Developer Forum in San Francisco präsentierte. Energie-Effizienz, HighSpeed-Internet und Prozessor-Power optimal miteinander zu kombinieren, darauf kommt es bei mobilen Devices an. "Die Kunden wollen einen multimedialen Zugang zum Internet überall und jederzeit", sagte Anand Chandrasekher, Senior Vice President und Chef von Intels Ultra Mobility Group. Dabei soll dem Akku nicht mittendrin der Strom ausgehen.

Intel hat Fuss im Mobilfunkgeschäft

Intel hat jetzt einen dicken Fuss in der Tür zum Mobilfunkmarkt, und Nokia darf speziell für den mobilen Einsatz entworfene Intel-Chips in seine Handys einbauen. Beide Unternehmen werden davon profitieren. Im Detail heisst das: Nokia und Intel haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die es Intel ermöglicht, Nokias Modem-Technologie HSPA/3G zu lizensieren. Der Chiphersteller erweitert damit die Funktionen seiner mobilen Chipsätze. Nokia kündigte an, die zukünftigen Standards des 3rd Generation Partnership Projects (3GPP) im digitalen Design zu implementieren. (Das 3GPP ist eine weltweite Organisation von Gremien, die sich die Standardisierung im Mobilfunk zum Ziel gesetzt haben).

Beide Unternehmen wollen ausserdem ihre Investitionen für eine Reihe von Open-Source-Projekten, die sich der mobile Nutzung verschrieben haben, miteiinander abstimmen, darunter oFono*, ConnMan*, X-Org*, D-BUS*, Tracker*, GStreamer*, PulseAudio* und Mozilla*. Die Linux Foundation optimiert das Open-Source-Betriebssystem Moblin für die mobile Nutzung. Das Linux-Betriebssystem Maemo kommt bereits auf Nokias N810 Internet Tablet zum Einsatz.

Intels Atom für Handy-Einsatz prädestiniert

Schon auf dem Developer Forum im August letzten Jahres präsentierte Intel auf die mobile Nutzung optimierte, besonders energiesparsame Chips. "Der Intel Atom der Z5xxer-Serie ist der coolste Chip, den wir je gebaut haben", schwärmte Mobility-Chef Chandrasekher auf dem IDF. Intels Atom verbraucht lediglich zwischen 160 und 220 Milliwatt. Je nach Auslastung reduziert der Chip Taktfrequenz (core clock) und Kernspannung (core voltage) oder schaltet beides ganz auf Null. Die L1- und L2-Cachespeicher lassen sich teilweise oder vollständig abschalten (ultra drowsy mode). Das ausgefeilte Power-Management reduziert den Energieverbrauch signifikant - und darauf kommt es an.

Wann denn die ersten mobilen Intel-inside-Produkte auf den Markt kommen und wie die wohl aussehen werden, darüber jedoch verlorenen weder Nokias Öistämo noch Intels Chandrasekher ein Sterbenswörtchen. Dies sei die Ankündigung einer technologischen Partnerschaft. Es sei noch zu früh, um über konkrete Produkte zu sprechen, meinten beide unisono.

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