Green und Sunrise: Grüter nimmt Stellung

CEO Franz Grüter nimmt Stellung zu den Gerüchten über Green. Und erklärt erstmals, unter welchen Umständen er Sunrise möglicherweise übernehmen würde.

Franz Grüter
  

» Von Reto Vogt, Hansjörg Honegger, 04.05.2010 11:55.

Computerworld: Sie dementieren Übernahmegerüchte von Sunrise durch Green vehement. Gleichzeitig wurde der Abgang von Adrian Schlund und Dieter Moser im letzten Dezember mit den "jüngsten Ereignissen im Schweizerischen Telekommunikationsmarkt" begründet. Wir sind verwirrt, klären Sie uns auf!

Franz Grüter: Green verfolgt seit längerem eine Wachstumsstrategie. Einerseits wollen wir organisch wachsen, andererseits auch durch Akquisitionen. Das Telekommbusiness ist enorm skalierbar, durch Zusammenschlüsse besteht sehr viel Synergiepotential. Letztes Jahr trafen wir die Entscheidung, dass ich mich um die Übernahmen kümmerte und Adrian Schlund das organische Wachstum übernahm. Letztes Jahr kam nichts zustande, weil der Markt nichts hergab. An unseren Zielen hat sich aber deswegen nichts verändert. Mit Sunrise haben wir nie verhandelt.

Warum war Sunrise keine interessante Möglichkeit?

Eine Übernahme muss passen, das zeigt das Beispiel, als wir Green vor zwei Jahren übernahmen. Ein Zusammenschluss zwischen Orange und Sunrise machte aus unternehmerischer Sicht sehr viel Sinn. Mit Sunrise hätten wir wenig Synergiepotenzial, wir haben ja keine eigenen Mobilantennen.

Sie dementieren, mit Sunrise verhandelt zu haben. Es kann aber auch sein, dass Sie die Braut zwar angeschaut haben, Ihnen ein anderer aber zuvorgekommen ist. Daher vielleicht auch die vielen Gerüchte.

Ich stelle mir dauernd die Frage, ob sich irgendwo Möglichkeiten ergeben.

Das ist jetzt aber etwas zu oberflächlich. Die Frage lautet: Haben Sie sich überlegt, wie Sie eine Übernahme bewerkstelligen könnten?

Nein, so weit sind wir nicht gegangen. Wir haben das Ganze grob analysiert und sind nicht ins Detail gegangen. Es war für uns sehr offensichtlich, dass das Synergiepotenzial für Orange sehr viel grösser war als für uns.

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