Enterprise Support: SAP Schweiz bleibt stur

Dienstag ruderte SAP zurück: Für deutsche und österreichische Kunden wird der teure Enterprise Support optional. Schweizer Unternehmen aber sollen nach wie vor blechen. Wie gehen die Schweizer dagegen vor?

Österreicher und Deutsche dürfen wählen. Schweizer sollen weiter blechen.
    

» Von Michael Kurzidim, 11.12.2008 16:35. Letztes Update, 11.12.2008 16:52.

SAP Schweiz schaltet auf stur. Nach wie vor sollen Schweizer SAP-Kunden für den teuren Enterprise Support bezahlen, in dessen Rahmen der Walldorfer ERP-Konzern die Wartungsgebühren von 17 auf 22 Prozent anhebt. Eine Begründung dafür habe es nicht gegeben, teilte die Interessengemeinschaft SAP-Wartung CH am heutigen Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit. Klar sei aber zurzeit: Für die Schweiz ändere sich nichts.

Wahlfreiheit für Österreicher und Deutsche

Für österreichische und deutsche SAP-Kunden hatten die Walldorfer am Dienstag dieser Woche die Vertragskündigungen rückgängig gemacht. Deutsche und Österreicher können jetzt wählen: zwischen dem alten Modell 5-2-1 und dem teureren, leistungsumfänglicheren Enterprise Support. Schweizer Unternehmen sind jedoch von der Wahlfreiheit ausgenommen; sie sollen nach wie vor mehr bezahlen. Entsprechend hoch schlagen die Wellen der Entrüstung.

SAP-Wartung CH befürchtet Wettbewerbsnachteile

Durch die höheren Wartungsprozente befürchtet die Interessengemeinschaft SAP-Wartung CH, die 20 bis 30 kleinere und mittlere Firmen vertritt, für Schweizer SAP-Kunden gravierende Nachteile im internationalen Wettbewerb. In schweren Zeiten wie der jetzigen globalen Wirtschaftskrise zählt jeder Rappen. Firmen legen deshalb Projekte auf Eis und stellen den Kauf zusätzlicher SAP-Lizenzen zurück. Gleichwohl gebe es zu SAP kurzfristig in der Schweiz keine echte Alternative, konzediert die Schweizer Interessengemeinschaft. Es dauere etwa fünf Jahre, ein SAP-System abzulösen und Alternativlösungen einzuführen.

Schweizer wollen nur 17 Prozent zahlen

Wir haben genug geschrieben und geredet, jetzt wird gehandelt. Die Mitglieder von SAP-Wartung CH haben sich dafür entschieden, ab erstem Januar 2009, dem Stichtag für den teuren Enterprise Support, nach wie vor lediglich 17 Prozent Wartungsgebühren zu zahlen, um den Druck auf die SAP-Geschäftsleitung zu erhöhen. Ginge es nach dem neuen Modell, würden ab Anfang nächsten Jahres 18,36 Wartungsprozente fällig werden. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch für Schweizer KMU die Wahlfreiheit zwischen teurem Enterprise und altem Standard-Support eingeführt wird, gibt sich die Interessengemeinschaft optimistisch.

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