14 Jahre Alcatel-Lucent sind genug

  

weitere Artikel

» Von Reto Vogt, 26.02.2010 12:23.

Sie arbeiten jetzt seit dem 18. Januar bei Sunrise. Worauf legten Sie den Fokus in den vergangenen fünf Wochen?

Ich konzentrierte mich in dieser Zeit vor allem auf zwei Schwerpunkte: Zum einen wollte ich meine neuen Mitarbeiter möglichst schnell kennenzulernen. Sie sollen mich sehen, mich spüren und die Richtung verstehen, die ich einschlagen will. Auf der anderen Seite ging es darum, die Kunden zu treffen und deren Fragen bezüglich Fusion mit Orange zu beantworten und ihnen die Vorteile aufzuzeigen. Ich bin überzeugt, dass persönlicher Kontakt Stabilität herstellt, sowohl bei Kunden als auch bei den Mitarbeitern.

In welche Richtung soll es denn in den nächsten zwei bis drei Monaten bis zum Abschluss der Fusion gehen?

Das kurzfristige Ziel ist sicherlich das Einhalten unseres Plans, den wir uns für 2010 vorgenommen haben. Wie die Zahlen im Januar zeigten, sind wir sehr gut auf Kurs. Meine persönliche Ambition ist, die Vorgaben noch zu übertreffen, damit wir uns durch Leistung für die Aufnahme in die Firma Orange empfehlen.

Sie haben von Ihren Besuchen bei den Kunden erzählt. Wie sind die Reaktionen auf den angekündigten Zusammenschluss mit Orange?

Mehrheitlich positiv. Durch die Fusion können wir auch international orientierte Kunden uneingeschränkt bedienen. Darüber hinaus dürfen sie neue Produkte und Angebote erwarten, die Sunrise noch nicht im Portfolio hat - zum Beispiel das iPhone. Die Kunden werden die Vorteile sehr schnell spüren.

Womit dürfen Ihre Kunden nebst dem iPhone sonst noch rechnen?

Orange ist in der Schweiz vor allem als Mobilfunkprovider tätig. In anderen Ländern hat der Provider aber auch Festnetz-Angebote. Diese können dank dem Sunrise-Netz neu auch in der Schweiz angeboten werden.

Wo sehen Sie im Markt noch Potential für Innovationen und wie können diese aussehen?

Für mich gibt"s Innovationen auf verschiedenen Ebenen. Zum einen wird es für bestehende Produkte Veränderungen geben. Insbesondere wollen wir den mobilen Datenverkehr für Geschäftskunden vereinfachen, da dieser sehr schwer zu kalkulieren ist. Durch den Zusammenschluss mit einem globalen Partner muss zudem vor allem der Roaming-Teil einer der Bereiche sein, in denen wir uns von der Konkurrenz unterscheiden können.

Wir sprechen jetzt immer von den Vorteilen der Fusion. Wie kann Sunrise aber noch Marktanteile gewinnen, wenn diese nicht zustande kommen sollte?

Sunrise ist darauf ausgerichtet, das Geschäft weiter zu führen, als ob es den Zusammenschluss nicht geben würde. Trotz der Marktmacht von Swisscom wächst der Geschäftskundenbereich bei uns seit ein paar Jahren konstant. Wir haben nach wie vor grosses Wachstumspotential.

Der Geschäftskundenbereich von Sunrise ist in Wholesale, Grosskunden und KMU aufgeteilt. Bei welcher Sparte sehen Sie das grösste Wachstum in Zukunft?

Im KMU-Markt haben wir das grösste Potential, da dieser über die persönliche Betreuung am besten zu erreichen ist. Der Kampf um die Grosskunden wird im Markt sehr hart geführt und die Unterschiede zwischen allen Anbietern sind minimal. Der Wholesale-Bereich wächst derzeit jedes Jahr zweistellig. Zu unseren Kunden zählen über hundert nationale und internationale Telekommunikationsunternehmen. Darunter in der Schweiz bekannte Wiederverkäufer wie Lebara, Cablecom und Co.

Wie sehen Sie sich insgesamt aufgstellt im Geschäftskundenmarkt verglichen mit der Konkurrenz? Wo sind die Vor- und Nachteile?

Wir sind verglichen mit unserem Hauptkonkurrenten relativ klein und können dadurch persönlich, flexibel und schnell agieren. Wegen der spät erfolgten Deregulierung müssen wir allerdings immer noch viele Leistungen bei der Swisscom einkaufen. Der angestrebte Zusammenschluss mit Orange wird unseren Leverage-Effekt deutlich verbessern.

Einkaufen müssen Sie die Leistungen auch im Glasfaserbereich. Entweder von der Swisscom oder von den Elektrizitätswerken.

Das ist korrekt. Mit dem kleinen, aber nicht unbedeutenden Unterschied, dass wir hier nicht zwingend von unserem Konkurrenten einkaufen müssen. Die EWs bieten ihre Leistungen mehreren Providern an, deshalb werden sicherlich auch die Konditionen attraktiver werden. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Sunrise über 10'000 km eigene Glasfaserleitungen in der Schweiz besitzt.

Herr Erni, vielen Dank für das Gespräch.

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der IDG Communications AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.