14 Jahre Alcatel-Lucent sind genug
Computerworld sprach exklusiv mit Jon Erni, dem neuem Sunrise-COO, über seine Pläne mit den Geschäftskunden und den anstehenden Zusammenschluss mit Orange.
» Von , 26.02.2010 12:23.
Jon Erni leitet seit dem 18. Januar 2010 bei Sunrise die Geschäftskundensparte. Zuvor war der Engadiner während 14 Jahren bei Alcatel-Lucent tätig, zuletzt als CEO. Als «COO Business Customers» hat Erni bei Sunrise rund 200 Mitarbeiter unter sich.
Computerworld: Herr Erni, was hat für Sie den Ausschlag gegeben, von Alcatel-Lucent zur Sunrise zu wechseln?
Jon Erni: Nach 14 Jahren Alcatel-Lucent war die Zeit für einen Wechsel reif. Da ich Sunrise bereits in meiner früheren Tätigkeit in Zusammenhang mit ihrem Netz-Oursourcing als dynamische Firma kennenlernte, musste ich nach dem Job-Angebot nicht mehr lange überlegen.
Sie waren interimistisch CEO bei Alcatel-Lucent Schweiz. Gab es keine Möglichkeit, dieses Amt längerfristig zu bekleiden?
Das wäre sicherlich eine Option gewesen. Alcatel bot mir an, internationale Management-Funktionen zu übernehmen. Ich sehe jedoch meinen Fokus primär in der Schweiz und habe mich für Sunrise entschieden, da ich zudem meine Kundenbasis, die ich bei Alcatel-Lucent aufgebaut habe, weiterhin betreuen kann.
Trotzdem: Sie waren CEO und übernehmen jetzt bei Sunrise ein Amt unter dieser Hierarchiestufe. Ist das für Sie nicht ein Rückschritt auf der Karriereleiter?
Der CEO-Posten bei einer Alcatel-Lucent Schweiz ist natürlich nicht dasselbe wie Teil der Geschäftsleitung einer Firma zu sein, die deutlich mehr Umsatz generiert. Als COO bei Sunrise kann ich alle Entscheidungen beeinflussen. Sunrise ist ausserdem eine Marke, die jeder in der Schweiz kennt. Deshalb ist der Wechsel für mich kein Rück- sondern ein Fortschritt.
Bis zum Entscheid der Weko vergehen noch knapp drei Monate. Theoretisch sind Sie dann Ihren Job schon wieder los. Oder haben Sie die Garantie, in jedem Fall bleiben zu dürfen?
(lacht) Nein, aber das war für mich genau einer der spannenden Aspekte. Jeder wusste, dass Sunrise zum Verkauf steht. Ich war zudem mit potentiellen Käufern in Kontakt und für mich hat sich abgezeichnet, dass der Zusammenschluss am ehesten mit Orange klappen könnte. Die Perspektive, bei dieser Fusion mit an Bord zu sein, sehe ich als Chance. Ich brauchte deshalb keine Absicherung, sondern bringe mich aktiv ein. Ich habe allerdings nicht erwartet, dass der Zusammenschluss so schnell über die Bühne geht. Ich hätte sehr gerne noch ein Jahr bei Sunrise gearbeitet.
Also müssen Sie sich beim Zustandekommen der Fusion wie jede Arbeitskraft von Orange und Sunrise einem Selektionsverfahren unterziehen?
Das ist genau so, ja.







KOMMENTARE
KOMMENTAR SCHREIBEN