Vorsicht vor Sicherheitsmythen!

Zum Thema PC-Sicherheit sind viele Irrtümer und Halbwahrheiten im Umlauf. Computerworld hat sich auf Spurensuche gemacht und deckt auf, was wirklich stimmt und was nur Ammenmärchen sind.

» Von Luca Diggelmann , 19.07.2017 10:23.

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Sicherheit am PC ist ein schwieriges Thema. Jeder hat damit zu tun, ob er will oder nicht. Das Thema schürt Ängste und wird entsprechend von diversen Parteien bewirtschaftet oder ausgenutzt. Dabei wäre Rationalität die beste Strategie, mit Sicherheit umzugehen – nicht Angst. Was überhaupt nicht hilft, ist eine Wagenladung voller Sicherheitsirrtümer, welche die Situation komplizierter machen, als eigentlich nötig wäre.

Mir passiert nichts

Diesen Irrtum gibt es in verschiedensten Ausführungen. Dabei handelt es sich in allen drei Fällen um Selbstbelügung.

1. Ich habe nichts zu verbergen

Ganz sicher? Keine privaten Fotos, die Sie lieber nicht öffentlich sehen möchten? Keine digitalen Steuerdokumente? Keine Chatverläufe, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind? Oder gespeicherte Passwörter im Browser? Wäre es wirklich okay für Sie, wenn Ihr gesamtes Privatleben im Internet ausgestellt würde? Es gibt immer etwas zu verbergen und das meistens nicht aus gesetzlichen Gründen, sondern schlicht, weil es privat ist und bleiben sollte.

2. Bei mir gibt es nichts zu holen

Vielleicht nicht auf den ersten Blick. Aber für Datendiebe gibt es bei jedem etwas Spannendes abzugreifen. Aus all den Daten aus Ihren Social-Media-Profilen (Facebook, Twitter etc.) kann sich ein Krimineller beispielsweise leicht eine stimmige, gefälschte Identität zusammenbasteln. Verhaftet werden bei einem Missbrauch aber Sie. Aus einem Mailkonto lassen sich etwa Kaufgewohnheiten, Ferienabwesenheiten, Kaufkraft und andere Daten sammeln. Die Zeiten, in denen das Bankkonto die erste Angriffsfläche war, sind vorbei.

3. Warum sollten die mich angreifen?

Keine Sorge, meistens ist es nichts Persönliches, sondern schlicht ein Automatismus. Viele Cyberkriminelle greifen nicht gezielt eine Person an, sondern lassen automatisch funktionierende Systeme für sich arbeiten – beispielsweise, wenn eine spezifische Sicherheitslücke bekannt geworden ist. Dabei wird erst einmal grossflächig abgegriffen, was nur geht. Später werden die Daten ebenfalls automatisch sortiert und ausgewertet. Wer genau Sie sind, ist dem Angreifer höchstwahrscheinlich egal, aber die gestohlenen Daten haben ihren Wert.

Tipp: Seien Sie sich der erwähnten Gefahren bewusst. Auch wenn es so scheint, als wären Ihre Daten von geringem Interesse, besteht die Möglichkeit, dass diese gestohlen und für kriminelle Zwecke verwendet werden. Seien Sie daher aufmerksam und kritisch im Internet. Ein gesundes Mass an Vorsicht ist essenziell für Ihre Sicherheit.

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