Daten und Zugänge biometrisch sichern

» Von Oliver Ehm, «com-magazin», 07.09.2015 15:30.

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Gefühlte und reale Sicherheit der Biometrie

Obwohl die Authentifizierung mit Hilfe von Biometrie allem Anschein nach sehr sicher ist, hat der Chaos Computer Club (CCC) auf dem 31. «Chaos Communication Congress» zum wiederholten Mal gezeigt, dass die meisten bislang eingesetzten Techniken für sich allein genommen überwunden werden können.

Nacheinander hat der Sicherheitsexperte Jan Krissler - auch unter dem Alias «starbug» bekannt - fast alle biometrischen Sicherheitssysteme hinters Licht geführt. Im Einzelnen waren das die Fingerabdruckerkennung, die Gesichtserkennung und die Iriserkennung. Alles, was er dazu benötigte, war eine Kamera, mit der er die biometrischen Merkmale ganz unauffällig aus der Entfernung aufnahm. Aus diesen Bildern fertigte er Attrappen für die einzelnen Systeme, die er während seines Vortrags überwand.

Nachdem er das Gerät zur Iriserkennung getäuscht hatte, resümierte Krissler: «Man kann zu dem Thema abschliessend sagen, dass die Iriserkennung wahrscheinlich jetzt auch endgültig kaputt ist.» Das Gerät, das er mit Hilfe eines ausgedruckten Fotos überwand, war laut Krissler ein High-End-Gerät, das deutlich über 1000 Euro kostet und beispielsweise in Zugangskon­trollsystemen von Banken verwendet wird.

Zur Venenerkennung merkte Jan Krissler an, dass man mit einer Infrarotkamera sehr schöne Venenbilder erstellen könne und er bereits erste Experimente durchgeführt habe. Man solle sich in nächster Zeit auf Neuigkeiten gefasst machen.

Im Kurz-Interview (Seite 5) lesen Sie, wie Jan Krissler die Sicherheit von biometrischen Systemen im Allgemeinen einschätzt.

Biometrie allein reicht nicht

Zwar bietet Biometrie gegenüber der klassischen Authentifizierungs-Methode mit Passwort einige Vorteile, doch kann die Technik mit relativ geringem Aufwand und einfachen Mitteln ausgetrickst werden.

Zieht man diesen Umstand in Betracht, zeigt sich, dass Biometrie für sich genommen zwar sehr komfortabel ist - man braucht sich keine komplizierten Passwörter mehr zu merken - doch vom Sicherheitsaspekt her gesehen keine hervorstechenden Vorteile bietet. Sie beschert einem Unternehmen jedoch einen relativ hohen Aufwand, weil es mit Daten hantiert, die strengen Datenschutzrichtlinien unterliegen. Wenn Passwörter verwendet werden, entsteht dieses Problem nicht.

Dennoch kann Biometrie helfen, die Sicherheit im Unternehmen zu erhöhen - wenn sie Bestandteil einer 2-Faktor-Authentifizierung ist.

Weitere Informationen

Lesen Sie auf der nächsten Seite: «Interview mit Security Researcher  Jan Krissler»

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