Auswärts speichern

» Von Stephan Haux, 22.02.2010 06:00.

Online-Speicher als Alternative

Eine Alternative zum Inhousemanagement der inaktiven Daten ist die «Festplatte im Netz». Dabei handelt es sich um einen oftmals mit dem Modebegriff Cloud charakterisierten Ansatz: Die langfristige Speicherung der statischen Daten erledigt ein darauf spezialisierter Dienstleister wie etwa Iron Mountain. Dieser betreibt dafür optimierte Rechenzentren und kann den Firmen so Speicherplatz zu relativ geringen Kosten anbieten.

Für User ist die Auslagerung nicht weiter sichtbar. Der eventuell nötige Zugriff erfolgt wie auf lokale Speichermedien, die Zugriffsgeschwindigkeit hängt dabei von der Verbindung ab. Bei diesem Ansatz entfallen Investitionen in Soft- und Hardware für eine eigene IT-Infrastruktur sowie die üblichen fixen Betriebskosten für Strom, Platz und Kühlung. Stattdessen fallen monatliche Kosten in Abhängigkeit von der Belegung der Festplatte und damit der wirtschaftlichen Entwicklung an. Das wirkt sich positiv auf die Liquidität eines Unternehmens aus und verlagert das finanzielle Risiko auf den Dienstleister.

Was beim Auslagern zu beachten ist

Trotz dieser Vorteile sind mittelständische Firmen nach wie vor zögerlich: Daten werden nicht gerne ausser Haus gegeben. Hier spielt das Grundbedürfnis nach Kontrolle ebenso mit wie die Angst, bei der Auslagerung könne die Sicherheit der Informationen nicht mehr gewährleistet sein. Genau wie im Bereich des Online-bankings finden aber auch Storage-Services zunehmend Akzeptanz bei den Firmen.

Auch bei einer Speicherung im eigenen Unternehmen sind die Daten gefährdet. Bei einem externen Dienstleister können die Daten sogar sicherer aufgehoben sein, wenn dieser entsprechende Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Verschiedene Webspeicher-Anbieter für Endkunden etablieren sich gerade am Markt. Viele eignen sich jedoch nicht für Unternehmen, da sie bei wichtigen Business-Anforderungen patzen. Damit der Onlinespeicher auch für Unternehmen taugt, sollte er folgende Herausforderungen gemeistert haben:

  • Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten: Eine Integration auf Ebene des Filesystems ist essenziell für das reibungs-lose Funktionieren von Skripten, Programmen und die Akzeptanz bei den Endanwendern. Für den geringsten Umstellungs-aufwand sollte sowohl auf CIFS (Common Internet File System; Kommunikations-protokoll für Datei-, Druck- und andere Serverdienste in Netzwerken) als auch NFS (Network File System; ein von Sun Microsystems entwickeltes Protokoll, das den Zugriff auf Dateien über ein Netzwerk ermög-licht) bestanden werden.
  • Sicherheit: Die Daten müssen verschlüsselt übertragen und gespeichert werden. Dies verhindert nicht nur den Diebstahl geistigen Eigentums, sondern ist auch ein wichtiger Baustein für die Konformität nach den Datenschutzgesetzen. Die Rechenzentren müssen hohen Sicherheitsstandards entsprechen und sind im besten Falle zertifiziert.
  • Datenintegrität: Ein Dateiservice über das Internet für Unternehmen sollte auch besondere Unternehmensanforderungen bei der Datenintegrität berücksichtigen. Nur dann löst der Service das Backup-Problem, ersetzt Sicherheitskopien und erfüllt Anforderungen der Langzeitspeicherung. Firmen sollten darauf achten, dass der Anbieter die Archivierung mit WORM-Funktionalität («write once read multiple») mit den entsprechenden Nachweisen unterstützt. Die mit WORM geschriebenen Daten können weder geändert noch überschrieben noch gelöscht werden.
  • Caching: Ein Onsite-Cache zum Beispiel im Rahmen einer Appliance sorgt für schnelles Übertragen der Daten ins Internet auch bei kleinen Bandbreiten. Idealerweise wird der Cache auch für die Bandbreitenoptimierung genutzt.
  • Lage: Die Speicherorte, in der Regel die Rechenzentren des Dienstleisters, müssen bekannt sein, denn sie entscheiden über die Verfügbarkeit des Services. Zudem sind die Speicherorte wichtig für den Datenschutz. Die genaue Kenntnis der Länder verleiht zusätzliche Sicherheit.
  • Verfügbarkeit: Die Verfügbarkeit sollte der Wichtigkeit und Dringlichkeit der Datenverwendung angemessen sein. Der Virtual File Store bietet Hochverfügbarkeit für alle Daten. Das ist ein Vorteil, denn so kann relativ schnell auf inaktive Daten zugegriffen werden - ohne in der IT-Abteilung anrufen und eine Recherche auf Bändern oder im Archivsystem durchführen zu müssen und ohne zusätzliche Kosten zu verursachen.

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