«Mit optimierten Prozessen stärken Firmen den Werkplatz Schweiz»

» Von ETH News, 05.12.2016 08:13.

Ein Thema Ihrer Studie ist der Wert moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Inwiefern sind diese wichtig und nötig für Prozessinnovationen?

Wörter: Die IKT können für verschiedene Zwecke im Unternehmen eingesetzt werden. Wir haben uns zwei davon angesehen: Datenzugangssysteme und Netzwerksysteme. Erstere ermöglichen es, den Prozessablauf quantitativ zu begleiten und Informationen zu erheben. Netzwerke können die Kommunikation im Unternehmen effizienter gestalten. Beide Systeme fördern den Effekt externer Wissensquellen auf die Prozessinnovation.

Von Krogh: Wenn Firmen Netzwerktechnologien vermehrt nutzen, können sie damit die Verbreitung von Wissen innerhalb des Unternehmens beschleunigen. Als Konsequenz wird neues Wissen von Unternehmen schneller absorbiert, und genau diese Absorptionsfähigkeit ist essentiell für Prozessinnovationen. Kurz: Die Integration von externem Wissen ist der Schlüssel zur Senkung der Produktionskosten.

Was verstehen Sie konkret unter externem Wissen?

Von Krogh: Wir unterscheiden zwischen implizitem und explizitem Wissen. Für Herstellungsprozesse genutzte Routinen basieren auf implizitem Wissen und sind deshalb schwer zu fassen. Um diese Wissensquellen verstehen und nutzen zu können, ist ein hoher Aufwand nötig.

Wörter: Das Wissen, welches in Prozessen steckt, ist nicht so offensichtlich wie bei einem Produkt. Bei diesem kann man nachverfolgen, wie und wo es hergestellt wurde, aber um Prozesse aufzudecken, ist ein intensiver Kontakt zur Wissensquelle essentiell. Je stärker ein Unternehmen solche Quellen erschliesst, umso grösser ist der daraus resultierende Effekt.

Wie können sich Unternehmen Zugang zu diesem Wissen verschaffen, wenn es doch implizit ist?

Von Krogh: Eine Möglichkeit sind «Open Innovation»-Plattformen, auf denen Firmen mit Leuten verbunden werden, die über Spezialkompetenz verfügen und damit dringende Probleme von Firmen lösen können. Man kann auch langjährige Forschungsbeziehungen aufbauen. Das machen viele Unternehmen zum Beispiel mit der ETH Zürich, wodurch ein effizienter Technologietransfer entsteht. Man kann Wissen zudem in Teilbereichen der eigenen Versorgungskette ausfindig machen oder die Kunden miteinbeziehen.

Im Fazit Ihrer Studie raten Sie Unternehmen, durch einen offenen Innovationsprozess von Technologien und Abläufen anderer Firmen zu lernen. Widerspricht dies nicht dem in der Wirtschaft vorherrschenden Wettbewerbsprinzip?

Wörter: Neu geschaffenes Wissen ist ein halböffentliches Gut, und durch Wissensanreicherung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Neues entsteht. Deswegen ist das Teilen von Wissen ein effizienter Weg, zu Innovationen zu gelangen.

Nächste Seite: Die Hemnisse von Prozessinnovationen

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.