Industrie 4.0: Was passiert mit der Unternehmenskultur?

» Von Richard Müller*, 31.07.2017 07:37.

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Arbeit nur noch für Akrobaten?

In einer flexiblen Geschäftswelt müssen Arbeitskräfte befähigt werden, unter Wahrung der Interessens-vertretung gegenüber sich (Gesundheitsschutz) und der Organisation (Produktivität), mit der Fremd- bzw. Eigenkontrolle selbstbeherrscht umzugehen. Mitarbeitende müssen die Fähigkeit erwerben, sich anzupassen, indem sie Selbstverantwortung und Selbstentwicklung an den Tag legen. Von Seite der Unternehmung muss eine genügende Balance zwischen den Entscheidungs- und Kontrollfreiräumen der Mitarbeitenden und den formalisierten, vereinheitlichten Bestimmungen der Unternehmung gegeben sein. Diese Partizipation bei Entscheidungen und Entscheidungsfolgen ist nicht nur motivierend, sondern auch in emotionaler Hinsicht von Bedeutung.

Nach Spath (2013) werden die Aufgaben traditioneller Produktions- und Wissensarbeitenden weiter zusammenwachsen, wodurch z. B. Produktionsarbeitende vermehrt Aufgaben für die Produktentwicklung übernehmen. Für diese Aufgabenübernahme müssen Mitarbeitende höherwertig qualifiziert werden. Die von der Industrie 4.0 geforderte Leistungs-, Kooperations-, Lern- und Innovationsbereitschaft verlangt eine hohe funktionale Anpassungsfähigkeit bei den Mitarbeitenden. Die Entwicklung der Mitarbeitenden muss in die strategische Führung und ins Qualitätsmanagement der Firma sowie in die Nachfolgeplanung eingebettet sein. Investitionen in die Weiterbildung erhöhen die nötige Flexibilität. Hierbei sind neben den durch betriebliche Veränderungen notwendig gewordene Neu-Anpassungen der Handlungsrepertoire auch die unterschiedlichen Interessen (z.B. die individuelle Karrierelenkung) und Lebenssituationen der Mitarbeitenden zu beachten. Die strategische Einbettung der Personalentwicklung bietet der Arbeiterschaft Klarheit sowie Orientierung und verbessert die Koordination der Unternehmung.

Wann immer Menschen einer neuen Situation gegenüberstehen, müssen sie damit rechnen, dass ihre bisherigen Annahmen, Fähigkeiten oder Verhaltensweisen in dieser Situation nichts nützen. In diesem Moment sinkt die subjektiv empfundene Handlungskompetenz und die Angst steigt. Mitarbeitende müssen ihren Umgang mit Ungewissheit und Unsicherheit an die veränderten Anforderungen angleichen können. Dies erfordert die Anpassung der bisherigen Sichtweisen oder den Einsatz neuer, ungewohnter Strategien an neue Gegebenheiten. Ein partizipativer und unterstützender Führungsstil, der geprägt ist durch transparente Kommunikation fördert die Handlungsfähigkeit der Arbeiterschaft und somit eine positive Unternehmenskultur.

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KOMMENTARE

Moritz Uma: 10-10-17 15:05

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Arbeitsstelle von morgen bestimmt anders sein wird als die von heute. Aber Menschen werden immer gebraucht. Bestimmte Arbeitsprozesse und Aufgaben werden sich bestimmt verändern, sodass man als Arbeitnehmer stets flexibel sein sollte.
Zeiten verändern bestimmte Prozess, auch Prozess die schon seit Jahren etabliert sind. Es gibt eben in diesem Zusammenhang keine Garantien. Briefe und Fax, die seit Jahren benutzt wurden, wurden irgendwann von der E-Mail abgelöst.
Und jetzt? Wir kommunizieren überwiegend über Instant Messenger über die Chatfunktion. Das führt auch dazu, dass die Kommunikation sich ändert. Im Chat kann man ziemlich schnell Informationen austauschen (darunter leidet bspw. die Förmlichkeit). Und Unternehmen wie http://www.qnnect.com/de bringen Apps an den Markt, die solch eine Kommunikationsform auch in die Berufswelt integrieren wollen.
Es wird sich in Zukunft einiges verändern, bleiben wir gespannt was es sein wird.

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