DevOps: Das Kriegsbeil begraben

» Von Nabil Bousselham*, 03.11.2016 14:31.

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Software-Entwicklung als gemeinsames Projekt

Wie lässt sich aus dem Gegeneinander ein Miteinander machen? Neben einer technischen Vereinheitlichung bedarf es vor allem eines Mentalitätswechsels. Vorurteile müssen abgelegt, Kanäle des permanenten Austauschs geschaffen und Initiativen für gegenseitige Schulungen angestossen werden. Diese Massnahmen schaffen ein entspannteres und vor allem produktiveres Arbeitsklima. Im Rahmen der Umsetzung können ausserdem interdisziplinäre Experten eingesetzt werden, die als Schnittstelle zwischen den Abteilungen dienen und mithelfen, Prozesse und Vorgehensweisen innerhalb der Zusammenarbeit zu etablieren und diese berechenbarer zu machen.

Neben diesen Veränderungen im organisatorischen Bereich muss ausserdem die Toolchain optimiert werden. Wichtigstes Ziel ist hierbei die Automatisierung von Prozessen. Nicht nur die Anwendungsentwicklung, sondern auch das Deployment können auf diese Weise wesentlich beschleunigt werden. Denn gerade im IT-Betrieb entstehen durch Tätigkeiten, die manuell verrichtet werden und deshalb nicht skalierbar sind, immer wieder Flaschenhälse, die den Gesamtprozess unnötig verzögern. Ein weiteres Feld, in dem viel Automatisierungspotenzial besteht, ist die Qualitätskontrolle. Als Beispiel ist an dieser Stelle die Anwendungssicherheit zu nennen: Neue Tools decken hier den gesamten Entwicklungszyklus von Anwendungen ab. Bereits im frühen Entwicklungsstadium suchen sie automatisiert nach Fehlern im Code, in Testumgebungen werden neue Apps auf Laufzeitprobleme untersucht. Und in der Produktion sorgen Systeme wie Runtime Application Self-Protection (RASP) dafür, dass Anwendungen vor Cyberkriminellen bestmöglich geschützt sind.

DevOps: Vom Hype zum Industriestandard

Obwohl DevOps scheinbar allen Beteiligten prägnante Vorteile bietet, gibt es dennoch den einen oder anderen Kritiker. So wird von diesen beispielsweise behauptet, dass der allgegenwärtige Konflikt zwischen den beiden Partnern durch DevOps zugunsten der Entwickler entschieden werde. Auf der einen Seite ist es natürlich richtig, dass sich hauptsächlich der IT-Betrieb an die Geschwindigkeit der Entwickler und deren Tools anpassen muss. Auf der anderen Seite ist DevOps eine Bewegung, die aus der Initiative von IT-Verantwortlichen überhaupt erst entstanden ist. Dementsprechend fokussieren sich viele Massnahmen im Rahmen von DevOps auf Herausforderungen des Betriebes, zum Beispiel wird die Wahrscheinlichkeit von Softwareausfällen mit Hilfe von DevOps stark reduziert.

Zu behaupten, dass DevOps ein völlig innovativer Ansatz ist, wäre jedoch übertrieben. Der Grossteil des Prinzips war bisher bereits unter Schlagwörtern wie Agile Operations oder Continuous Delivery bekannt. DevOps hebt sich jedoch durch seine zwischenmenschliche Komponente von diesen Ansätzen ab. Diese Komponente ist aber genau jene, die das Erfolgsmodell ausmacht – die Quintessenz sozusagen. So holt sie Entwickler und IT-Betriebe an einen Tisch und setzt neben technischen Veränderungen auch einen Mentalitätswechsel auf beiden Seiten voraus. Weg von Schuldzuweisungen hin zur Besinnung auf gemeinsame Ziele. Miteinander statt gegeneinander lautet hier das Credo und es scheint in immer mehr Unternehmen zu funktionieren.

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