WLAN im Business: Geschäftskritisches Funken

» Von Jens Stark , 02.03.2017 16:01.

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Der nächste Standard: 802.11ax

Die IEEE arbeitet am Wi-Fi-Standard 802.11ax, der 2018 ratifiziert werden könnte und eine Vervierfachung der Geschwindigkeit gegenüber 802.11ac verspricht. Ermöglichen soll dies eine spezielle Multiplexing-Technik, die von der entsprechenden IEEE-Arbeitsgruppe mit der Abkürzung OFDA (Orthogonal Frequency Division Access) versehen wurde. Dabei werden die Kanäle in mehrere Unterkanäle aufgeteilt, wobei die Signale rechtwinklig (orthogonal) an­geordnet sind. Dies wiederum führt zu einer effizienteren Schichtung und schliesslich zu einer Vereinfachung des Multiplex-Vorgangs. Ein Overkill ist auch diese Weiterentwicklung mit einer Vervierfachung der Bandbreite nicht, meint Aeby von Studerus: «Da die Datenmenge und die Anzahl Clients ständig zu­nehmen, ist dieser Entwicklungsschritt ebenfalls zwingend notwendig.»

Daneben wird weiter an einer noch besseren Verwaltbarkeit gearbeitet. Denn schliesslich sind WLAN-Installationen vielerorts eine Blackbox, bei denen IT-Leiter oft nicht wissen, wie gut diese performen. Für die Zukunft wird daher eine permanente Überwachung des drahtlosen Netzes angestrebt, eine sogenannte «WLAN Assurance», wie Leemann von Cisco ausführt. Dabei sollen Sensoren permanent den Zustand des WLANs überwachen und ihre Erkenntnisse an zentrale Controller melden. «Dies ermöglicht eine noch nie dagewesene Visibilität über den Zustand des WLANs», ist Leemann überzeugt. Ein Helpdesk könne so schnell bei auftretenden Problemen reagieren und diese rasch und effizient beheben.

 

Li-Fi: LEDs als WLAN-Turbo

Vom Start-up Velmenni wird derzeit eine Technik getestet, die ak­tuelle WLANs zu lahmen Enten deklassiert. Die Rede ist von Li-Fi oder Light Fidelity. Mit Li-Fi werden die Informationen nicht via Funk, sondern mit Licht übertragen. Es handelt sich also um eine optische, drahtlose Vermittlungstechnik. Maximal sollen per Li-Fi 224 Gigabit pro Sekunde übertragen werden können. Das sind gut 100-mal mehr als derzeitige WLAN-Funktechniken. Und so funktionierts: Als Sender fungieren LED-Lampen, die für kürzeste Zeit ein- und ausgeschaltet werden – so schnell, dass das menschliche Auge nichts davon mitbekommt. Der Clou: Die LEDs werden so weit gedimmt, dass sie für unser Auge nicht leuchten. Die Empfänger nehmen die Flackersignale aber trotzdem wahr. Li-Fi hat allerdings gegenüber Wi-Fi einen grossen Nachteil. Sender und Empfänger müssen Sichtkontakt haben. Durch die Wände «funken» geht dann nicht mehr.

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