WLAN im Business: Geschäftskritisches Funken

» Von Jens Stark , 02.03.2017 16:01.

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Controller sind unabdingbar

Ein weiterer Punkt ist die zentrale Verwaltbarkeit der WLAN-Router. Bei grösseren Installationen ist der Einsatz eines dedizierten Controllers unabdingbar. Dieser überprüft beispielsweise, ob die Access Points alle funktionieren. Die Gefahr, dass einzelne WLAN-Router streiken, entsteht etwa schon bei der Konfiguration. Will man den Geräten aus Sicherheitsgründen lange und komplexe Passwörter verpassen, führt ein Vertipper dazu, dass ein einzelner AP nutzlos bleibt. Eine Tatsache, die der Netzwerkverantwortliche bei einer ersten Tour durch die Installation gar nicht merkt, da sich die Funkbereiche der einzelnen Router ja überlappen.

Ein Controller kann dagegen schon bei der Installation Fehlkonfigurationen verhindern, da diese zentral auf die einzelnen Geräte eingespielt werden. Auch beim Ersatz eines Geräts spart man sich Arbeit, da die Konfiguration beim Anschluss an das Netz automatisch übernommen wird. Eine wichtige Funktion des Controllers besteht somit darin, die Umgebung permanent zu scannen und nach Performance-Problemen Ausschau zu halten.

Neue Normen für mehr Leistung

Ein wichtiger Eckpfeiler für ein performantes WLAN im Unternehmen ist zweifelsohne die richtige Hardware. Weil dem Wi-Fi-Sender eine derart zentrale Rolle zukommt, müssen wir uns mit der «Buchstabensuppe» in den Standards des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) etwas näher beschäftigen. Bislang sind APs, die auf der Norm 802.11n basieren, weitverbreitet. Diese Norm lässt den Funkverkehr auf zwei Frequenzen zu, nämlich auf 2,4 GHz und 5 GHz, und erreicht eine maximale Durchsatzrate von 450 Mbit pro Sekunde. Die Nachfolgenorm 802.11ac verwendet dagegen nur das 5-GHz-Band, bringt aber eine höhere Durchsatzrate von bis zu 1,3 Gbit pro Sekunde. Da die Standards jeweils rückwärtskompatibel sind, unterstützen heutige APs beide Normen, res­pektive auch die noch älteren Standards 802.11a, b und g.

Für den praktischen Einsatz im Unternehmen eignen sich nur noch Geräte, die beide Frequenzen gleichzeitig bedienen können. «Dual-Radio ist für Business-Umgebungen mittlerweile zwingend», meint Candid Aeby, Product Manager Wireless beim Schwerzenbacher Netzwerkspezialisten Studerus. Denn 2,4 GHz und 5 GHz bedeuteten bessere Verfügbarkeit, Abdeckung und Flexibilität. 802.11n sei dagegen nicht mehr empfehlenswert, so Aeby weiter, auch weil der Preisunterschied zu 802.11ac-Geräten minimal ist. «Produkte mit diesem neueren Standard sind deutlich zukunftssicherer als Geräte mit 802.11n», ist Aeby überzeugt. «Bei Neuanschaffungen sollten aus un­serer Sicht ausschliesslich 802.11ac-Produkte eingesetzt werden», meint auch Stefan Leemann von Cisco. Ihm zufolge sind die 802.11n-Access-Points nach gut sieben Jahren am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Auch Martin Krebs von Lancom spricht den ac-Geräten das Wort, sieht aber für die älteren Wi-Fi-Sender dennoch einen Verwendungszweck im Hier und Jetzt: «Produkte auf Basis von 802.11n werden heute primär bei der Erweiterung bestehender Netzwerke eingesetzt. Speziell bei sehr grossen Installationen, die nicht zwingend alle ac-Vorteile benötigen, ist Anwenderunternehmen die Homogenität ihrer Netze oft wichtiger als zum Beispiel ein in Teilbereichen höherer Durchsatz», meint Krebs.

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