Regieanweisungen für professionelle Webvideos

  

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» Von Andreas Gurtner, 01.09.2010 06:00.

Die richtige Sendetechnik


Ist das Video fertig geschnitten, geht es um die Publikation der Inhalte. Bewegte Bilder werden im Web 2.0 idealerweise via Streaming-Server bereitgestellt. Beim Streaming werden die Daten kontinuierlich übertragen (variable Bitrate). Ein Vorteil gegenüber anderen Webpublishing-Technologien ist dabei, dass ein Video auch dann nicht unterbrochen wird, wenn Datenpakete verloren gehen. Zudem wird die Infrastruktur beim Sender und Empfänger weniger belastet, da nur diejenigen Daten übertragen werden, die sich der Anwender auch ansieht. Videos starten darüber hinaus schneller und können an beliebigen Stellen wahlfrei angesteuert werden. Im Rahmen einer crossmedialen Kampagne kann ein bestehender Microsoft SharePoint Portal Server als Publishing-Plattform eingesetzt werden, um den gewünschten Adressaten nebst Webvideos auch Printmedien, Fotos und andere Dateien zur Verfügung zu stellen. Da die IT-Abteilungen vieler Firmen keinen separaten Streaming-Server aufbauen wollen, ist Cloud-Computing eine ideale Alternative.

 

Werbetrommel rühren

Abschliessend müssen Unternehmen stets bedenken, dass sie jede Chance nutzen sollten, um die eigene Webseite mit integrierten Videobeiträgen zu bewerben. Der beste Internetauftritt nützt nichts, wenn er in den Weiten des World Wide Web untergeht. Oft wird zu wenig beachtet, dass eine Internetseite nach dem Pull-Marketing-Prinzip funktioniert und vom potenziellen Kunden erst einmal gefunden werden muss. Nur mit dem gezielten Einsatz von Push-Marketing-Instrumenten wie Direct-Mailings oder Inserate lässt sich der notwendige Traffic auf die betreffende Landing-Page im Internet leiten. Der Erfolg hängt also stark von der richtigen Selektion der Werbemittel ab. Attraktiv gestaltete Dokumente mit Personalisierung und einem Verweis auf die interaktive Webseite mit Videobotschaften sowie Response-Möglichkeiten für die Zielkunden schaffen die Voraussetzung für erfolgreiches Campaign Management. Daher bilden sie heute den Grundstein jeder professionellen Crossmedia-Kampagne.

Equipment und Kosten

Mieten: Sofern Sie Webvideos nur vereinzelt einsetzen, kaufen Sie das Know-how besser bei einem externen Dienstleister ein, der immer die neusten Technologien einsetzt: Ein Kameramann steht ab ca. 600 bis 800 Franken pro Tag zur Verfügung. Je nach Anlass brauchen Sie noch einen Assistenten für die Regie sowie weitere Helfer, etwa beim Auf- und Abbau des Studios. Den Schnitt erledigt ein professioneller Cutter für ca. 800 Franken pro Tag. Für das gesamte Equipment - Kamera, Stativ, Mikrofone, Licht, Schnittplatz, Backdrop (Hintergrundwand) etc. - fallen nochmals Mietkosten um 2000 Franken an.

Kaufen: Entscheiden Sie sich dafür, regelmässig Web-TV oder - Videos einzusetzen - beispielsweise auch für die interne Kommunikation - rechnet sich die Anschaffung eines eigenen Profi-Equipments und die Ausbildung eines Mitarbeiters für den Videoschnitt schon nach wenigen Produktionen. Darüber hinaus bietet der erwerb einer kompletten Videoausrüstung den Vorteil, dass diese jederzeit einsatzbereit ist. Ein Proficamcorder wie Canons XF300 (im Bild) oder XF305 ist ab 10000 Franken zu haben. Das übrige Equipment wie Stativ, Mikrofone, Audiokabel und Kameratasche kostet, wenn es hochwertig sein soll, etwa 4500 Franken. Preiswerte Videoschnitt-Software gibt es sehr viele, für Profis lohnen sich jedoch teurere, besser ausgestattete Programme wie Final Cut Pro oder Adobe Premiere Pro. Für das Studio (Hintergrund, Licht, Einrichtungsgegenstände wie Tische, Stühle etc.) und die Ausbildung der Mitarbeitenden fallen weitere Kosten an. Insgesamt summieren sich die Investitionen auf mindestens 17000 Franken, bis man professionell im eigenen Hause Videobeiträge produzieren kann.

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