Empfehlenswerte Switches für KMU

» Von Klaus Hauptfleisch, Tecchannel.de *, 20.05.2015 11:02.

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Ports und Steckplätze

Switches zeigen oft schon in der Produktbezeichnung, wie viele sogenannte «Host Ports» sie haben, im Fall des HP 1920-48G sind es 48, wobei hier das nachgestellte «G» für «Gigabit-Ethernet» (GbE) steht. Die häufig anzutreffende Schreibweise «48 1GbE» oder «48 10/100/1000BASE-T» ist leider nicht sehr lesefreundlich, weshalb ein «x» hinter der Port-Zahl möglicherweise besser wäre. Manche Hersteller schreiben auch «Gigabit-Ethernet-RJ45-Port», denn RJ45 oder RJ-45 für CAT-5-Kabel ist das, was landläufig als «LAN-Anschluss» bezeichnet wird.

Bei einfachem Gigabit-Ethernet kann man die Ziffer 1 ebenso gut weglassen. Problematisch wird es allerdings, wenn Geräte sowohl 1-GbE- als auch 10-GbE-Uplink unterstützen. 40-GbE ist im KMU-Segment kaum anzutreffen. «Autonegotiation» oder «Auto-Sensing» ist mit Gigabit-Ethernet oder «1000BASE-T» zum Muss geworden, um bei Kupfer- oder Twisted-Pair-Kabeln über Spannungsimpulse oder Pulse die Kompatibilität zur älteren Netzwerken (10BASE-T oder 100BASE-T) zu gewährleisten.

Ein «P» am Namensende von Switches weist in der Regel darauf hin, dass alle oder ein Teil der Ports «Power over Ethernet» (PoE) oder «PoE+» unterstützen, um andere Geräte - eine Überwachungskamera oder IP-Telefone etwa - über das achtadrige Ethernet-Kabel mit Strom versorgen zu können. «PoE» gemäss «IEEE 802.3af» bietet eine maximale Leistungsabgabe von 15,4 Watt pro Port. Bei «PoE+» gemäss «802.3at» erhöht sich das Power- oder Strombudget auf 25,5 Watt pro Port.

Neben den RJ45-Ports verfügen viele Switches auch über sogenannte «SFP»- oder «SFP+-Ports». «SFP» steht für «Small Form-factor Pluggable», findet man manchmal auch unter der Bezeichnung «Mini-GBIC» und ist als kleines Modul für (meist Glasfaser-) Netzwerkverbindungen mit Datenübertragungsraten bis 8 Gbps ausgelegt. Über «SFP»-Ports oder «SFP»-Steckplätze werden in der Regel im Rack auch mehrere Switches miteinander verbunden, sofern sie «stackable» sind.

«Extended SFP» oder «SFP+» unterstützt Datenraten bis zu 10 Gbps. Bei KMU-Switches findet man oft «1000BASE-T-/SFP-Combo»- oder Kombi-Ports. Hier kommt ebenfalls wieder besagte «Autonegotiation» zum Tragen, die selbst verhandelt (negotiate) oder erkennt, welche Verbindung anliegt.

Strom sparen mit Green Ethernet

Die «Autonegotiation» dient aber auch einem anderen Zweck, nämlich dem der Stromersparnis. Denn der Verbrauch pro Port richtet sich auch nach dem Anschlusstyp, der Kabellänge und der Bandbreite. Einfache Switches ohne «PoE»-Unterstützung sind oft so genügsam, dass es einem kleinen Betrieb mit zwei oder drei Mitarbeitern vielleicht egal sein mag, ob die Leistungsaufnahme bei 15 oder 25 Watt liegt. In grossen Unternehmen zählt aber jedes Watt. Daher sollte man darauf achten, dass die Netzwerkprodukte den «IEEE-Standard 802.3az» für energieeffizientes Ethernet (EEE) erfüllen und bei niedriger Auslastung den Stromverbrauch des betreffenden Ports senken. Das ist besonders wichtig, wenn die Switches über «PoE» oder «PoE+» andere Geräte mit Strom versorgen können, was auch kleinen Firmen nicht egal sein kann.

Derartige Stromsparfunktionen und energieeffiziente Netzteile werden oft unter einem grünen Label oder mit der Bezeichnung «Green Ethernet» verkauft. Dazu können auch Geräte mit lüfterlosem Design zählen, die sich dank geringer Geräusch- und Wärmeabgabe auch in Büroumgebungen oder im Empfangsraum einsetzen lassen.

Layer 2 und Layer 3

Switches sind nach dem «OSI»-Schichtenmodell eigentlich typische Vertreter von «Layer-2»-Geräten. Diese Schicht wird auch als Sicherungsschicht, Verbindungssicherungsschicht oder «Data Link Layer» bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es, anhand der «MAC»-Adresse zu erkennen, welches Gerät an dem jeweiligen Port anliegt und die Datenpakete möglichst fehlerfrei zu übertragen. «Layer-2»-Switches sind meist einfachere Modelle (Non-managed Switches), die über «Plug-and-Play» verfügen, aber anders als «Layer-3»- oder gar «Layer-4»-Switches sonst keine oder kaum Management-Funktionen bieten.

Zu «Layer 2» wird neben der «MAC»-Schicht «2a» auch die «LCC»-Schicht «2b» (Logical Link Control) zugeordnet. Dieses Netzwerkprotokoll bildet praktisch das Bindeglied zur Vermittlungsschicht oder dem «Network-Layer», die auch Routing-Aufgaben übernehmen kann und tatsächlich in der Regel Routern zugeschrieben wird.

«Layer-3»-Switches bieten in der Regel Management-Funktionen und darüber hinaus auch Steuerungs- und Überwachungsfunktionen. Dazu gehören unter anderem IP-Filterung, Priorisierung für «Quality of Service» (QoS) und eben Routing. Die Grenze zwischen «Layer-2»- und «Layer-3»-Switches ist aber heute oft fliessend. Virtuelle LANs (VLANs) und «QoS» gehören allerdings zu «Layer 3», obwohl sie mittlerweile auch bei vielen Einstiegs-Switches zu finden sind.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Sicherheit und Ausfallsicheres Stacking

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