Doodle wird 10

» Von Thomas Nussbaum, SDA, 24.10.2017 14:38.

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Einstieg von Tamedia

Der Basisservice ist gratis und wird durch Werbung finanziert. Kostenpflichtige Dienste für Privatpersonen und Unternehmen wurden 2009 eingeführt. Doch Investoren sind damit nicht einfach anzulocken. Dieses in der Schweiz weniger bekannt Geschäftsmodell könne auf Vorbehalte stossen - im Hinblick sowohl auf die Finanzen als auch den Aufbau einer breiten Nutzerbasis, sagt Ayer. Wegen der teuren Lizenzen sei die Software eher für gewerbliche Nutzer gedacht.

Doch für das Unternehmen lief es gut. Die Gewinnschwelle erreichte Doodle 2010. Im Mai 2011 stieg Tamedia mit 49 Prozent in das Startup-Unternehmen ein. Damals zählte die Planungsseite jeden Monat 8 Millionen Nutzer. Im Oktober platzierte das Institut für Jungunternehmer (IFJ) Doodle auf dem dritten Rang der Top-100 der vielversprechendsten Schweizer Start-ups.

Die Entwickler hätten es geschafft, eine simple und sehr effiziente Plattform zu entwickeln, so Jordi Montserrat von Venturelab, das die Top-100 lancierte. Sie hätten die Möglichkeiten der viralen Verbreitung ausgenutzt und die Werbung so gezielt verkauft.

Doodle spreche die Hürden innerhalb des gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Lebens an, sagt Soziologe Olivier Glassey von der Universität Lausanne. Es könne Personen verbinden, die viele gemeinsame Aktivitäten haben, jedoch keinen Zugang zur Agenda des Anderen. Damit sei es möglich, die Zeit zu verwalten, Verfügbarkeiten auszuhandeln und so sein Zeitmanagement zu optimieren.

Vorbild für andere Start-ups

Tamedia übernahm Doodle schliesslich im November 2014 vollständig. Näf und Sevinç verkauften ihre Anteile und zogen sich in den Verwaltungsrat zurück, um sich anderen Aktivitäten des Jungunternehmens zu widmen.

Mit Tamedia im Rücken hat sich das Unternehmen internationales Wachstum zum Ziel gesetzt. 2015 eröffnete Doodle in Berlin ein weiteres Büro. Neben der Schweiz gehören nun Deutschland, Frankreich und die USA zu den wichtigsten Geschäftsregionen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 35 Personen. Die Zahl der monatlichen Nutzer auf der Planungsseite ist derweil auf 26 Millionen angestiegen.

«Es ist und bleibt motivierend, Doodle stetig weiterzuentwickeln», sagt Näf. Der internationale Erfolg des Schweizer Start-ups sei  für die gesamte Szene wichtig.

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