Die Zukunft ist flach

Die klassische dreistufige Netzwerktopologie befindet sich auf dem Prüfstand. Konsolidierung, Virtualisierung, konvergente Speicher- und Datennetze sowie der Trend zu privaten Clouds sind die Wegbereiter für flache Network-Hierarchien.

Netzwerke sind flach effizienter Foto: © Joshua Blake / istockphoto.de

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» Von Jens Stark , 14.02.2011 06:00.

Das Netzwerk im Rechenzentrum wird in den nächsten Jahren kräftig durch­geschüttelt. Grund ist der Umbau in der Unternehmensinformatik selbst. Trends wie Virtualisierung und die damit einhergehende Vereinheitlichung der Infrastrukturen stellen eine Herausforderung für bisherige Netzwerkarchitekturen dar.

So sorgt die grassierende Servervirtualisierung für zunehmende Komplexität. Auf einem physischen Rechner lassen sich beispielsweise zehn virtuelle Server betreiben, die zudem sehr flexibel je nach Bedarf von Hardware zu Hardware verschiebbar sind. Wo also ein Netzwerk früher den Datenverkehr von 1000 Servern zu verwalten hatte, sind es jetzt 10000 virtuelle Maschinen, die sich zu allem Übel auch noch in Bewegung befinden. Mit dieser Komplexität haben klassische dreistufig aufgebaute Netzwerke, die das Rechenzentrum seit den späten 1990er-Jahren beherrschen, zunehmend Mühe. Der Ruf nach einer flachen Architektur wird laut, bei der das Netzwerk einem Gewebe (englisch: fabric) von gleichberechtigten Knoten gleicht. Statt reinen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sind auch Querverbindungen zwischen den Nodes möglich, was die Leistungsfähigkeit eines solchen Netzes erhöht.

Doch die Hauptsache: Diese Topologie passt besser zur neuen automatisierten, konvergenten und virtualisierten IT-Welt. «Das Rechenzentrennetzwerk war wohl seit 10 Jahren nicht mehr so aufregend wie heute», ist André Kindness, leitender Netzwerkanalyst von Forrester Research, überzeugt.

Dass das Interesse an flachen Netzwerken steigt, stellt auch Jim Metzler vom Beratungshaus Ashton, Metzler & Associates fest. Der gefragte Redner an Networking-Veranstaltungen wie der Interop in New York berichtet, das Thema habe noch vor gut zwei Jahren herzlich wenig interessiert. Das ist inzwischen anders: An der letzten Interop setzte Metzler das Thema «Warum Networking sich fundamental ändern muss» auf die Agenda. Die Besucher stürmten seine Veranstaltung und die Hersteller beklagten sich, dass sie nicht auf dem Podium sitzen durften. «Netzwerkerei macht wieder Spass», folgert Metzler.

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