Ab in die Cloud: Ringiers Deal mit Google
» Von , 03.09.2010 06:00.
Und wie sicher sind die Daten da, wo sie gespeichert werden?
Die bei Ringier verantwortliche Person für Informationssicherheit hat die Datensicherheit untersucht und kam zum Schluss, dass sich diese auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Unsere Daten sind bei Google wesentlich sicherer, als wenn wir sie intern hosten würden. Sämtliche auf den Servern von Google abgespeicherten Daten sind verschlüsselt und in einzelne, nicht lesbare Datenfragmente zerlegt. Die Datencenter von Google sind ausfallsicher aufgebaut. Der Auswahlprozess der Mitarbeiter, die in den Datencentern arbeiten dürfen, ist extrem rigide. Auch die Übermittlung von Daten unserer Mitarbeiter zu den Servern von Google erfolgt immer verschlüsselt. Google zertifiziert ihre Datencenter übrigens nach SAS 70 Typ II, also der höchsten Zertifizierungsstufe.
Woher wissen Sie aber, dass auch dem Datenschutzrecht ausreichend Rechnung getragen wird?
Zur Klärung dieser Frage haben wir eine externe Rechtsanwaltskanzlei beigezogen. Dieser ist es gelungen, die datenschutzrechtliche Situation zu unseren Gunsten zu verbessern.
Wie transparent sind denn die Preise?
Google gewährleistet die Preistransparenz. Zudem sind verschiedene Erweiterungen des an sich bestehenden Leistungskatalogs kostenlos. Schliesslich gehen wir davon aus, dass wir durch das eigentliche Konsolidierungsprojekt Einsparungen von rund einer Million Franken erzielen werden.
Erlauben die bestehenden Verträge mit Dritten überhaupt die geplante Auslagerung in die Cloud?
In diesem Bereich waren tatsächlich Anpassungen erforderlich, entsprechende Anpassungsarbeiten werden von uns zurzeit noch vorgenommen. Es besteht regelmässig Erklärungsbedarf. Google stellt aber eine hervorragende Dokumentation zur Verfügung, die uns diese Aufgabe erleichtert.
Können Sie auch die Einhaltung bestehender Compliance-Vorschriften sicherstellen?
Unser Compliance Officer kam zum Schluss, dass die anwendbaren Vorschriften eingehalten sind. Insbesondere werden alle E-Mails, die bei uns ein- und ausgehen, während zehn Jahren archiviert. Zur Überprüfung der Cloud-Services auf deren Konformität mit Compliance-Vorschriften haben wir zudem eine externe Rechtsanwaltskanzlei beigezogen.
Sollten Sie irgendwann wieder aus der Cloud und dem Vertrag mit Google aussteigen wollen, geht das dann so einfach?
Ein Ausstieg ist grundsätzlich jederzeit möglich. Dies ist sowohl in den Verträgen mit Google so vorgesehen, als auch in technischer Hinsicht einfach umzusetzen. Die sogenannte Google Data Liberation Front stellt Informationen zur Verfügung, die dem Anwender helfen, die in den Datencentern von Google gespeicherten Daten herunterzuladen.
Wer genau ist Vertragspartner von Ringier, Google Switzerland GmbH oder eine andere Gesellschaft des Google Konzerns?
Es ist Google Ireland Limited.
Geben Ihnen die vertraglichen Bestimmungen überhaupt so viel Spielraum, um bei Problemen Druck auf Google ausüben zu können?
Wir leben heute in einer offenen Welt. Das hat Vor- aber auch Nachteile. Würde Ringier die ausgelagerten Leistungen selbst erbringen, bestünden mindestens dieselben Risiken, weil wir auf andere Lieferanten zurückgreifen müssten. Letztendlich besteht immer eine Abhängigkeit zu einem oder mehreren Lieferanten, die sich nicht vermeiden lässt. Ich will bei demjenigen Unternehmen Kunde sein, von dem ich am meisten Sicherheit erhalte und bin überzeugt, dass dies Google ist. Wenn Sie die Sicherheitsvorkehrungen von Google untersuchen, dann sehen Sie, dass die Datencenter so aufgebaut sind, dass wir selbst bei einem Ausfall eines kompletten Datencenters ganz normal weiterarbeiten können. Google hat unglaubliche Synchronisationsdienste und intelligente Dateisysteme. Die Daten sind dreifach und immer parallel gesichert. Durch einen hausinternen Setup des IT-Systems könnten wir nie diese Ausfallsicherheit erreichen. Unmöglich!



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