Überblick: Schweizer Rechenzentren

Die Schweiz ist und bleibt das Land der Rechenzentren. Doch es tauchen erste Schatten am Horizont auf.

» Von Fabian Vogt , 15.03.2017 06:07.

Schweizer Rechenzentren sind die Banken des 21. Jahrhunderts. Sie versprechen Sicherheit, Anonymität und Krisenresistenz für die Währung der Zukunft, die aus Bits und Bytes besteht. Spätestens seit dem NSA-Skandal ist die Meinung verbreitet, dass Daten in der Schweiz sicherer verwahrt sind als anderswo. Hierzulande werden derzeit rund 20 Prozent des europäischen Datenvolumens verwaltet. Datencenter werden als neue Goldminen an­gesehen und Goldgräber gibt es in der Schweiz nach wie vor viele. Über 1 Milliarde Franken wurde seit 2011 in neue Rechen­zentren investiert. Von Schaffhausen bis Genf, von Basel bis Lugano, überall stehen Datenbunker.

Doch immer öfter fällt es den Betreibern schwer, ihre verfügbaren Flächen zu füllen. Kunden wollen nicht mehr Server-Racks in die Datencenter stellen, sie wollen in die Cloud und verfügbare Server nutzen. Zudem bringt der technologische Fortschritt immer mehr Rechen- und Speicherleistung auf weniger Platz, was den Flächen­bedarf weiter reduziert. Wenn man dies mit dem zunehmenden Konkurrenzangebot und schwindendem Vertrauen in die Sicherheit, hervorgerufen durch die Abstimmungen zum BÜPF und zum NDG, in einen Topf wirft, ergibt dies eine Suppe, von der immer weniger Marktteilnehmer satt werden.

Noch will niemand öffentlich darüber sprechen, dass der Peak bereits erreicht ist, doch erste Anzeichen sind da. Der Anbieter DNKast aus dem Wallis befindet sich seit einigen Wochen in Liquidation, einst als Datencenter geplante Gebäude stehen ungenutzt herum und die Betreiber sind seltener gewillt, Auskunft über ihre Nutzfläche zu machen. Sicher: Mit Rechenzentren lässt sich weiter ein gutes Geschäft machen, Daten werden immer wichtiger. Aber die Betreiber müssen innovativ werden, sonst profitiert die Konkurrenz.

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