Kernprozesse in die Cloud verlagern

» Von Thomas Hafen, 08.02.2017 08:00.

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Warum sich der Umzug lohnt

Für die Verlagerung unternehmenskritischer Anwendungen in die Cloud sprechen erst einmal die generellen Vorteile einer solchen Infrastruktur: Statt in neue Rechenzentren zu investieren, lässt sich Cloud-Kapazität flexibel buchen. «Häufig nutzen Unternehmen Teile der Ressourcen nur temporär», sagt Vodafone-Managerin Risse, «bei externen Cloud-Infrastrukturen wird in solchen Fällen auch nur der Zeitraum berechnet, in dem die Ressourcen tatsächlich gebraucht werden.» Viele Unternehmen könnten zudem neue Anforderungen an die IT-Infrastruktur wie sie etwa durch Big Data entstehen, kaum oder nur mit grossen Anstrengungen selbst realisieren, so Risse weiter. «Die Zunahme von Systemen und Applikationen mit hohen Speicheranforderungen ist oft nicht mit eigenen IT-Ressourcen zu bewältigen – die nötigen Investitionen in die Rechenzentrums-Infrastruktur und in die technischen Systeme sind sehr hoch und keine nachhaltige Lösung.»

Auch ihre Zuverlässigkeit spricht für die Cloud, obwohl manche Anwender dies nach wie vor anders sehen. Die von Techconsult für die erwähnte Studie Befragten äusserten unter anderem Bedenken wegen der Verfügbarkeit von Cloud-Diensten über das Internet sowie deren Ausfallsicherheit.

Gerade Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit lassen sich durch eine Migration in die Cloud verbessern, meint dagegen Constantin Gonzalez: «Der stark industrialisierte Rechenzen­trumsbetrieb in der Cloud bietet deutliche Vorteile für die Zuverlässigkeit.» So gebe es beispielsweise durch die weitgehend automatisierten Prozesse weniger Optionen für Fehlentscheidungen. Auch die Vorstellung, man habe seine Infrastruktur nur im Griff, wenn sie im eigenen Haus stehe, sei falsch: «Bei einer Cloud weiss ich jederzeit genau, was mir an Rechenleistung und Kapazität zur Verfügung steht, ohne dass ich in den Keller gehen und Server zählen muss.»

Die Abhängigkeit vom Netz wiederum sei kein cloudspezifisches Problem: «Viele Unternehmen betreiben ohnehin schon mehrere vernetzte Rechenzentren. Man kann die Cloud als zusätzliches Rechenzentrum verstehen und auch so anbinden.»

Es ist aber vor allem auch der Trend zur Digitalisierung, der Unternehmen immer mehr Cloud-Services für ihre Kernanwendungen nutzen lässt, sagt Gonzalez: «Wenn ich möglichst schnell und agil auf den Markt und Kundenbedürfnisse reagieren will, benötige ich extrem kurze Entwicklungszyklen, die ich nur in der Cloud realisieren kann.» Schliesslich sei es kaum noch möglich, mit dem heutigen Tempo an Innovationen und neuen Geschäftsmodellen mitzuhalten, ohne Cloud-Ressourcen zu nutzen, betont Abby Kearns: «Das ermöglicht Teams die Lieferung von Anwendungen innerhalb von Minuten und nicht erst – wie bei herkömmlichen Verfahren – nach Wochen oder Monaten.»

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