E-Government: Turbo für die Steuererklärung

Noch ist die komplette elektronische Steuerabwicklung eine Vision. Vom

Erfassen bis zum Bescheid existieren zahlreiche Medienbrüche. Mit der automa­tisierten Wertschriftenkontrolle rückt die Vision jedoch ein ganzes Stück näher.

  

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» Von Anton Meier und Thomas Förderer, 05.12.2011 06:06.

Jahr für Jahr das gleiche Prozedere: Depotkunden erhalten im Januar von ihrer Bank ein Wertschriftenverzeichnis per Post zugestellt. Der Steuerpflichtige muss nun manuell die Angaben über Erträge und Vermögen aus Wertschriften für all seine Depots und Bankverbindungen konsolidieren. Jahr für Jahr kämpfen sich Herr und Frau Schweizer durch diesen Blätterwald und reichen dann die Steuererklärung bei ihrer Gemeinde ein – zum grossen Teil noch auf Papier. Das kantonale Steueramt prüft dann die Angaben und nimmt die entsprechende Veranlagung vor. Dieser umständliche Prozess ist zahlreichen Medienbrüchen unterworfen, die nicht nur zeitaufwendig, sondern auch fehleranfällig sind. Doch das könnte sich in absehbarer Zeit ändern. Die «E-Government- Strategie Schweiz» sieht vor, dass bis 2013 alle Kantone die Grundlage für eine elektronische Steuererklärung geschaffen haben.

Eine Reihe von Voraussetzungen wurde in den vergangenen Jahren bereits geschaffen. So sind seit Ende 2006 alle Kantone sowie die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) durch eine gemeinsame IT-Plattform miteinander verbunden. Über die Wertschriftenverzeichnis-Kontrolle (WVK) können die Mitarbeiter der kantonalen Steuerbehörden seither einfach und schnell die Steuerwerte und Erträge von kotierten und nicht-kotierten Unternehmen aus steuerlicher Sicht ermitteln, zentral zur Verfügung stellen und selbstständig abfragen.


Elektronischer und bisheriger Ablauf der Wertschriftenkontrolle
Seit 2008 stellt die EStV den kantonalen Steuerbehörden und Steuerpflichtigen die Kursliste mit den Steuerwerten und Erträgen zu nahezu allen in der Schweiz steuerrelevanten kotierten in- und ausländischen Wertpapieren in elektronischer Form zur Verfügung – ein Tool, mit dem die EStV die Steuerkurse hoch automatisiert ermittelt und veröffentlicht. Dahinter steckt ein weiteres technisch anspruchsvolles IT-System: Income & Capital Taxes (ICTax). Es wird von den kantonalen Steuerämtern genutzt und bildet die Basis für die Integration der Kurslistendaten in deren Steuererklärungsprogramme. Steuerpflichtige können aber ebenso auf das Onlineserviceportal der EStV (www.ictax.admin.ch) zugreifen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Pilotprojekt mit Wallis und Zürich

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