Der Weg zum agilen Team

» Von Urs Enzler*, 25.04.2017 16:02.

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Ideen kanalisieren

Hat das Team erkannt, dass es gemeinsam verantwortlich ist für das gelieferte Ergebnis, beginnt es, den Status quo zu hinterfragen: «Ist diese Funktionalität wirklich notwendig?» Oder: «Lässt sich dieses Problem nicht einfacher lösen?» Hier braucht es unbedingt eine Vision, welche die Marschrichtung vorgibt. Sie hilft, die vielen Ideen und Fragen des Teams zu kanalisieren und sich nicht durch Widersprüche blockieren zu lassen.

Das Team muss auch lernen, konsequent auf den Business-Wert zu fokussieren. Bei jeder Zeile Code und jedem Test muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis klar sein. Wenn alle gelernt haben, so zu denken, geht die Performance durch die Decke. Das Team verschwendet keine Zeit mehr mit unnützen Frameworks oder zu riskanten Experimenten.

Agil entwickeln bedeutet, jeden Tag mit Neuem konfrontiert zu sein. Die Teams müssen einen Weg finden, wie sie Lernprozesse in ihren Alltag einbeziehen. Möglichkeiten dafür sind Pair-Programming, Coding Dojos und Daily Topic Workshops: ein Teammitglied erklärt in einem Kurzworkshop ein Thema, um voneinander lernen zu können.

Probleme mit Deadlines

«Wann seid ihr fertig?» ist eine beliebte Frage in der Software-Entwicklung. Und oft werden Schätzungen als Commitments ausgelegt. Das Management will wissen, bis wann das Team garantiert fertig ist. Das Team arbeitet aber mit Schätzungen: eine 3 bedeutet, dass es mit 80% Wahrscheinlichkeit zwischen 2 und 5 liegt (Einheit egal). Dies führt unweigerlich zu Missverständnissen und Problemen mit der Deadline.

Hier braucht es eine Annäherung von beiden Seiten. Das Management muss lernen, mit Unsicherheiten umzugehen, also Chancen und Risiken managen. Das Team muss lernen, Aufwandschätzungen auf eine Zeitlinie zu legen werden unter Berücksichtigung von Risiken und Abwesenheiten.

Auf der nächsten Seite: Enineering-Praktiken und Weiterentwicklung trotz Zufriedenheit

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