Datacenter ≠ Datacenter
Datacenter ist nicht gleich Datacenter. Wo Ihre Unternehmensdaten am besten aufgehoben sind, definiert im Wesentlichen das Business: Je nach Branche, Dienstleistung oder Art des Geschäfts sind andere Lösungen gefragt.

» Von , 20.12.2010 06:00.
Die Autorin ist Marketing & Product Manager bei der in4U AG
Die Gründe für eine Auslagerung der IT sind vielschichtig. Manche Unternehmen verfügen schlicht nicht über die richtigen Räumlichkeiten (Klimaanlage, Stromversorgung, Brand- und Zutrittsschutz, Notfallkonzept etc.), anderen fehlt das nötige IT-Know-how, wieder andere entscheiden sich aus Effizienz- und Kostengründen für den Umzug in ein hochoptimiertes Rechenzentrum. Auch aufgrund der in den letzten Jahren enorm gestiegenen Datenmenge setzen viele Firmen beim Betrieb ihrer IT-Infrastruktur vermehrt auf externe Dienstleister – egal ob KMU oder Grossunternehmen. Wie die Gründe fürs Outsourcing sind auch die konkreten Anforderungen je nach Branche, Firmengrösse und Firmenzweck sehr unterschiedlich. Zudem sind die Voraussetzungen und internen Möglichkeiten in jedem Unternehmen etwas anders gelagert. Am Beginn jedes Outsourcing-Prozesses steht daher immer eine detaillierte Bedarfsanalyse. Es ist essenziell, in der ersten Phase das Anforderungsprofil möglichst präzise zu eruieren (siehe Fragenkatalog rechts). Nur so werden die verschiedenen Outsourcing-Angebote vergleichbar. Der Anforderungskatalog erleichtert die Planung und hilft in der zweiten Phase auch bei der Wahl des Providers.
Harte und weiche Faktoren
Die Suche nach dem richtigen Partner ist eine echte Herausforderung. Denn es müssen nicht nur die harten Fakten, sondern auch die weichen Faktoren stimmen. Wichtige Entscheidungshilfen sind unter anderem die eigenen Anforderungen, der Preis, die Vertragsbedingungen, die Erfahrungen oder Referenzen anderer Kunden, der Standort des Datacenters, die Infrastruktursicherheit sowie die Service Level Agreements. Zu berücksichtigen ist aber auch, ob die Unternehmensphilosophien und -kulturen verträglich sind.
Die Unterschiede im Angebot der Provider sind sehr gross, was die Vergleichbarkeit nicht gerade einfacher macht. Unterschiedliche Strategien, Outsourcing-Modelle, modulare Produktpaletten mit adaptierbaren Elementen und verschiedene Preismodelle erschweren den Vergleich. Einigen ist die Sicherheit sehr wichtig: Sie setzen auf vollredundante Datacenter mit allen Sicherheitsmassnahmen (örtlich getrennte Datacenter, Brandschutz, Zutrittskontrolle etc.). Andere bieten Datacenter-Leistungen mit einer einfachen Infrastruktur an (ohne Redundanz, keine Spiegelung der Daten). Alle Variationen haben je nach Einsatz und Art der Bedürfnisse ihre Berechtigung.
Neben einigen auf den ersten Blick ersichtlichen Differenzen, gibt es aber auch sehr feine Unterschiede, die nicht sofort ersichtlich, aber doch von hoher Relevanz sind. Der Preis der Angebote darf nicht als alleiniges Kriterium für Qualität und Umfang der Dienstleistung herangezogen werden. Bei günstigen Angeboten fehlt zum Beispiel oft ein professioneller Servicedesk als Anlaufstelle für Fragen und bei Störungen oder Notfällen. Ausserdem sollte sich die Auslagerung in ein Datacenter nicht nur zum gegenwärtigen Zeitpunkt lohnen, sondern auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden können. Denn ein späterer Providerwechsel ist mit hohem Aufwand verbunden. Skalierbarkeit und modulare Ausbaumöglichkeiten sind deshalb von grosser Bedeutung.



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