CRM: Wo bleibt der nachweisbare ROI?
Einschlägigen Studien zufolge, erfüllen über 50 Prozent aller CRM-Vorhaben nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Die Mehrheit der Unternehmen weiss nicht einmal, inwieweit sich ihre Investition wirklich lohnt. Machen Sie die Wirtschaftlichkeitsanalyse.

» Von , 19.12.2011 06:37.
Die heutige Wirtschaftssituation ist durch hohe Komplexität gekennzeichnet. Deregulierung, Globalisierung und Digitalisierung haben zu einer Wettbewerbsverschärfung und einer zunehmenden Verbreitung von Unternehmensnetzwerken geführt. Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen und der massgeblich durch das Internet geprägten, steigenden Markttransparenz lässt sich auf Kundenseite eine erhöhte Erwartungshaltung diagnostizieren.
Der Marktdruck hat für Unternehmen vieler Branchen zwischenzeitlich ein Niveau erreicht, das der jeweiligen Unternehmensleitung nur noch spärlichen Handlungsspielraum bei der Differenzierung – und damit bei Schaffung von Wettbewerbsvorteilen – zugesteht. Vor diesem Hintergrund sind strategische Herangehensweisen erforderlich, im Rahmen derer Customer Relationship Management (CRM) zusehends ins Zentrum unternehmerischen Handelns rückt. CRM versteht sich dabei als kundenorientierte Unternehmensstrategie mit dem Ziel, den Wert des Kundenstamms durch innovative Marketing-, Vertriebs- und Servicekonzepte zu maximieren. Die Umsetzung und Verzahnung dieser Konzepte ist ohne durchgängige IT-Unterstützung heute nicht mehr denkbar. Dementsprechend prognostizieren Analysten für die kommenden Jahre ein weltweites Wachstum des CRM-IT-Markts von über 10 Prozent.
Nachweis von Wirtschaftlichkeit
Trotz der hohen strategischen Relevanz, geht die Umsetzung von CRM-Projekten nur selten mit dem erhofften Erfolg einher. Schätzungen des Marktforschungsinstituts Gartner zufolge liegt die Misserfolgsquote von CRM-Projekten gar bei 50 bis 70 Prozent. Schuld daran sind mehrere Faktoren, besonders häufig mangelt es an einer realistischen Kosten-Nutzen-Bewertung im Rahmen eines Business Cases. Viele Unternehmen wissen dementsprechend nicht, inwieweit sich ihre Investition in CRM wirklich lohnt. Sie etablieren auch keine durchgängigen Steuerungs- und Kontrollmechanismen. Investitionen in CRM-Software werden in Millionenhöhe getätigt, ohne dass deren Wirtschaftlichkeit im Vorfeld dezidiert nachgewiesen wurde. Vor diesem Hintergrund ist die Erfolgsmessung von CRM in den letzten Jahren immer wieder diskutiert und mit der Frage nach dem Return on Investment (ROI) verbunden worden.

«Investitionen werden in Millionenhöhe getätigt, ohne dass deren Wirtschaftlichkeit nachgewiesen wurde», so Mario Pufahl
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Ich teile Ihre Einschätzung. Viel zu häufig wird das Thema "CRM" als Technikthema der IT Abteilung aufgefasst. Wer sich nicht im Vorfeld um Prozesse und Schnittstellen im Unternehmen kümmert, wird scheitern. Denn dann gibt es auch gar keine klar definierte Anforderungen an das einzusetzende CRM-System. Schaut man sich aus Kundensicht die Prozesse im Unternehmen an, spielt die künstliche Trennung in Marketing, Vertrieb, Service doch überhaupt keine Rolle. Von daher muss ein CRM-System auch eine ganzheitliche Sicht erlauben. Das gelingt mit einem Workflow getriebenen CRM-Ansatz mit Ticketinglösung. So schön im Vorfeld planbar wie in dem Artikel geschildert, ist es leider oft nicht. Denn der Geschmack kommt mit dem Essen. In den meisten CRM-Projekten ändert sich während der Einführung rasch die Anforderung, weil die Fachabteilungen auf einmal merken, was alles möglich wird.
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