Software-Modelle: preiswerter, schneller, genauer
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) und die Credit Suisse machen es vor. Modellgetriebene Software-Entwicklung reduziert Kosten, vermeidet Fehler und verkürzt Entwicklungszyklen.
» Von , 24.03.2010 14:03.
Modellgetriebene Software-Entwicklung (MDSD) wird - nach objektorientierten und prozeduralen Methodiken - die kommenden Jahre entscheidend prägen. "Mit MDSD kann man aus den eigenen Ressourcen einfach mehr herausholen", sagt Ulrich Brawand, Business Unit Leiter bei Zühlke Schweiz. Im Idealfall beschreiben Requirement-Ingenieure und Software-Architekten mithilfe einer sogenannte domain-spezifischen Sprache (DSL) Geschäftsszenarien, die dann von Generatoren in Programmcode bzw. implementationsunabhängigen Meta-Code übersetzt werden. Grafische DSLs wie die Unified Modeling Language (UML) bieten sich für diese Zwecke an. Das Entscheidende: Personal- und zeitintensive, manuelle Programmieraufgaben fallen zwar nicht weg, reduzieren sich aber erheblich, und zwar auf meist kundenspezifische Module der Geschäftslogik. Der Generator erzeugt, so die Kernidee, einen Grossteil des Brot-und-Butter-Sourcecodes in Übereinstimmung mit der unternehmensinternen Infrastruktur bereits aus dem vorab erstellten Modell.
Software beim BIT
Modellgetriebene Methoden unterstützen Software-Architekten bei Aufgaben, die sich häufig wiederholen. Für Einzelprobleme lohnt sich der Aufwand nicht, einen Generator und gegebenenfalls eine auf die eigenen Problemszenarien zugeschnittene DSL zu entwerfen. Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation, mit 350 Entwicklern, 1600 Servern, 1000 Applikationen und 32.000 Anwendern gross genug, hat diesen Weg beschritten. Zwei der angestrebten Ziele bestanden darin, die Anzahl der handcodierten Programmzeilen zu reduzieren und den Sourcecode näher an die Design-Spezifikation heranzubringen. Dafür wurde im Rahmen des Gesamtprojektes MDSD@BIT auch die domainspezifische Sprache bitDSL entworfen.
"Die Qualität des generierten Codes war sehr gut, und die Projektstrukturierung hat sich verbessert", urteilt Stefano Juri vom BIT. Den Designern werde aber auch eine höhere Abstraktionsfähigkeit abverlangt. Die unterliegende Architektur (also DSL, Generatoren, Business-Logik, Infrastruktur) müsse gelernt und verstanden werden, betont Juri. Das dürfe man nicht unterschätzen.



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