SharePoint Designer: Cleveres Tool mit Gefahrenpotential

Seit Anfang April 09 bietet Microsoft sein bis dahin kostenpflichtiges Web-Design-Werkzeug SharePoint Designer gratis zum Download an. Das für Power User gedachte Tool stellt, richtig eingesetzt, eine Reihe mächtiger Funktionen zum Bearbeiten und Weiterentwickeln von SharePoint Sites zur Verfügung. Ohne Vorkenntnisse und in den falschen Händen lässt sich mit dem Werkzeug allerdings auch Schaden anrichten oder der Versuch, eine Änderung durchzuführen, endet in einer Sackgasse. Wir liefern die wichtigsten Aspekte, die man vor dem Einsatz des Designers kennen sollte.

» Von Peter Monadiemi, 29.05.2009 19:49. Letztes Update, 29.05.2009 19:50.

Autor: Urs Bertschy

Wie Microsofts Web-Design-Tool Expression Web ist auch SharePoint Designer ein direkter Nachfolger des früher nicht überall beliebten FrontPage. Beide Tools haben allerdings nicht mehr allzu viel mit ihrem Vorgänger gemein und wurden stark überarbeitet. Aus Expression Web, das bereits in der Version 2.0 vorliegt, ist mittlerweile ein funktional reichhaltiges Web-Designtool mit einer durchdachten Benutzerführung geworden, das zudem mit einer soliden Standardunterstützung (CSS, XHTML etc.) aufwartet.

SharePoint Designer, dessen Funktionalität weitgehend derjenigen von Expression Web 1.0 entspricht, wird von Microsoft als SharePoint-Design-Werkzeug für Power User positioniert. SharePoint Sites lassen sich via SharePoint-API direkt öffnen (auch über eine Remoteverbindung via HTTP). Der Benutzer erhält Zugriff auf alle in der entsprechenden Site gespeicherten SharePoint-Artefakte wie .Aspx-Seiten, Master Pages, CSS- und XSL-Stylesheets, Bilder etc. (Abbildung 1). SharePoint Sites lassen sich mit SharePoint Designer nahezu beliebig umgestalten. Dazu bietet das Tool einen Code- und einen WYSIWYG-Editor, Werkzeugkästen mit HTML-, ASP.NET und SharePoint-Controls, grafische Editierhilfen und CSS-Funktionen. Des Weiteren lassen sich auch einfache Administrationsaufgaben wie das Erstellen von neuen Listen oder Site-Backups durchführen.

Workflow-Funktionen

Ein weiteres wichtiges Feature des Designers sind die Workflow-Funktionen, über die sich mit ein paar simplen Mausklicks Workflows inklusive Eingabeformularen und Verzweigungen erzeugen lassen. Zudem gibt es einige SharePoint-Features, für deren Nutzung explizit auf SharePoint Designer zurückgegriffen werden muss. Dazu zählt das durchaus praktische Data View Web Part (gelegentlich auch als Data Form Web Part bezeichnet), mit dessen Hilfe sich Daten aus unterschiedlichen Quellen (SharePoint-Listen, externe Datenbanken, Web Services, RSS-Feeds etc.) anzapfen und direkt in SharePoint Sites anzeigen und teilweise sogar editieren oder zurückschreiben lassen.



Abbildung 1: SharePoint Designer bietet direkten Zugriff auf die verschiedenen Artefakte einer SharePoint-Site

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