SharePoint 2010 mit Silverlight erweitern
Silverlight ist fester Bestandteil von SharePoint 2010. Wir zeigen, wo Silverlight SharePoint-Anwendungen verstärkt und wie Entwickler SharePoint mit eigenen Silverlight-Komponenten ausbauen können.

» Von , 03.01.2011 17:28.
Man muss ein wenig genauer hinschauen, um Spuren von Microsofts RIA-Technologie (Rich Internet Applications) bei SharePoint 2010 zu entdecken, dabei wird es an zahlreichen Stellen eingesetzt. Microsoft benutzt Silverlight vor allem dazu, die «User Experience» zu verbessern. Beispiele dafür sind der «Create»-Dialog zum Anlegen von neuen Sites oder das «Upload»-Fenster, über das Dokumente bequem per Drag&Drop hochgeladen werden können.
Silverlight wird aber auch dort eingesetzt, wo es sich geradezu aufdrängt, Daten nicht einfach in einer Liste, sondern etwa in aussagekräftigen Diagrammen zu präsentieren. Zwei Beispiele sind die Organisationsstruktur eines Unternehmens, die über den Organisation-Browser ansprechend aufbereitet, und der Zustand von Workflows, die mit Hilfe der Visio Services visualisiert werden.
Das Silverlight Web Part
Wer sich als Entwickler die Silverlight-Funktionalität in einer SharePoint-Seite zu Nutzen machen möchte, hat dafür gleich mehrere Möglichkeiten. Wie bei einer gewöhnlichen ASP.NET-Seite kann man auf das <object>-Tag zurückgreifen, um eine Silverlight-Komponente in eine Site- oder Master-Pages einzubetten. Will man sich allerdings nicht mit HTML beschäftigen, oder möchte man dem User selber die Möglichkeit geben, Silverlight-Anwendungen innerhalb einer SharePoint-Umgebung zu platzieren, empfiehlt sich die Verwendung des neuen Silverlight Web Parts.
Dazu muss erst das gewünschte XAP-File – XAP ist der File-Container, in dem eine Silverlight-Anwendung zusammengefasst wird – in eine Dokumentenbibliothek hochgeladen werden. Anschliessend wird in den Eigenschaften des Silverlight-Web Parts lediglich der Pfad zum gewünschten XAP-File eingetragen. Dann wird die RIA-Applikation auf der betreffenden SharePoint-Seite angezeigt.
Automatisches Deployment per WSP

Abb. 1: Ein SharePoint-Projekt mit einer Web-Part-Konfiguration und einem Module-Element
Damit sich Benutzter nicht mit dem Hochladen von XAP-Dateien oder dem Eingeben von Pfadangaben abgeben müssen, lässt sich das Deployment von Silverlight-Anwendungen und die Konfiguration des Web Parts unter Verwendung einer SharePoint-Solution weitgehend automatisieren. So kann das XAP-File über das <Module>-Element (siehe Codebeispiel 1) eines Features in eine SharePoint-Bibliothek kopiert werden. Alternativ lassen sich XAP-Files auch im SharePoint Rootfolder unter 14\templates\layouts\clientbin ablegen. Zudem lässt sich das Silverlight Web Part mit Hilfe eines Web-Part-Manifest-Files (.webpart) vorkonfigurieren – inklusive der Pfadangabe zum XAP-File.
Beides kann mit Visual Studio 2010 mit wenigen Handgriffen in einem SharePoint-Projekt zusammenfasst werden (siehe Abbildung 1), aus dem sich dann auf Knopfdruck eine Solution erzeugen lässt. Beim Einrichten der Solution auf dem SharePoint-Server wird das XAP-File in die angegebene Bibliothek kopiert und das Web-Part-Konfigurationsfile in der Web Part Gallery installiert. Anschliessend kann der Benutzer das neue Web Part bequem über die Gallerie wählen und beliebig auf einer SharePoint-Seite platzieren.




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