PaaS-Marktübersicht: Java aus der Cloud

Weltweit programmieren etwa neun Millionen Software-Entwickler in Java – ein gigantischer Kundenstamm. Aber was taugen die aktuellen Java-Umgebungen in der Cloud?

  

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» Von Eberhard Wolff, 13.02.2012 07:42.

Cloud Computing verspricht, die IT-Landschaft grundlegend zu verändern. Denn der Ansatz bietet on-demand die Nutzung von IT-Diensten über Selbstbedienungsportale an. Sie stehen also je nach Bedarf zur Verfügung und jeder Anwender kann sie selbst buchen. Typischerweise rufen Kunden die Dienste übers Internet ab. So kann man bei IaaS-Angeboten (Infrastructure as a Service) wie Amazon EC2 virtuelle Rechner anlegen und die Instanzen sind innert weniger Minuten einsatzbereit.

Die Vorteile des Cloud-Ansatzes bestehen einerseits in einem flexibleren Kostenmodell. Nur die jeweils aktuell benötigten Ressourcen verursachen Kosten. Weil bei Bedarf schnell zusätzliche Ressourcen zur Verfügung stehen, ist der Umgang mit Lastspitzen sehr effizient möglich. Ausserdem liegen die Investitionskosten für eine Cloud-Lösung sehr niedrig, weil die Anschaffung eigener Server entfällt. Und Cloud-Lösungen müssen nicht langwierige organisatorische Prozesse durchlaufen, sondern können durch Self-Service-Portale genutzt werden. Kunden nehmen dadurch schneller Anwendungen in Betrieb, was in Konsequenz zu einer besseren Time-to-Market führt.

Gretchenfrage: IaaS oder PaaS?

Eine IaaS-Cloud wie Amazon EC2 offeriert nur «nackte» Rechner und Storage. Soll darauf eine selbst geschriebene Anwendung laufen, muss vorab eine Infrastruktur – zum Beispiel ein Application Server – installiert werden. Als Alternative dazu bieten sich PaaS-Clouds (Platform as a Service) an. Auf einer solchen Plattform ist die für den Betrieb von Anwendungen nötige Infrastruktur bereits vorhanden. Ergo können Kunden ihre Anwendungen direkt in der Cloud installieren. Ausserdem enthält eine PaaS einschlägige Lösungen für den Betrieb und das Monitoring der installierten Anwendungen. Das Skalieren bei Lastspitzen erfolgt automatisch.

PaaS-Lösungen bieten – oft proprietäre – Services mit fertigen Funktionalitäten, die Programmierern bei der Entwicklung von Applikationen helfen. Beispielsweise enthält die Amazon-Cloud-Plattform einen Service, über den der Kunde per Kreditkarte bezahlen kann. Durch die Nutzung solcher Dienste begibt man sich allerdings in Abhängigkeit von «seiner» PaaS, da sich Anwendungen nicht so einfach auf alternative Plattformen, die solche Services nicht anbieten, migrieren lassen.

Im Markt der Enterprise-Anwendungen stellen Java-Plattformen die wichtigste Ablauf­umgebung dar. Es ist noch nicht lange her, da konnte man PaaS-Plattformen für Java an ein, zwei Fingern abzählen. Aber in den letzten Monaten ist das Angebot gewachsen.

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