Umzug unter Zeitdruck

» Von Adrian Meyer* (Bericht), Barbara Mooser (Interview), 17.03.2017 08:00.

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«Der Zeitplan war sehr sportlich»

Raymond Lambot ist Head of System Engineering bei D+H und hat das Umzugsprojekt auf Kundenseite federführend verantwortet. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen.

Computerworld: Wie haben Sie Ihren neuen Hoster ausgewählt, was waren die drei «Killerkriterien» bei der Evaluation?

Raymond Lambot: Das neue Rechenzentrum musste die Vorgaben der Finanzindustrie und ihrer Regulatoren erfüllen, absolute Zuverlässigkeit im Zutrittsschutz und bei der Redundanz der Anlagen bieten und die Distanz zu unserem Rechenzentrum in Zürich musste passen.

CW: Warum ist die Lage nahe Zürich so wichtig, müssen Sie denn noch oft vor Ort sein?

Lambot: Durch die Virtualisierung sind wir kaum mehr vor Ort. Dass der Standort verkehrsgünstig liegt, ist allerdings ein Vorteil, wenn wir beispielsweise Hardware nachrüsten.

CW: Hat es Ihre Entscheidung beeinflusst, dass Ihr ehemaliger Partner SIX ins gleiche Data Center gewechselt ist?

Lambot: Dieser Punkt war für uns wichtig. So waren wir sicher, dass wir den Anforderungen der Finanzindustrie genügen.

CW: Welche Projektphase war die schwierigste?

Lambot: Die Planung des Wechsels und die Wahl der richtigen Mi­grationsstrategie waren die grössten He­rausforderungen. Wir konnten uns für die Migration höchstens ein Zeitfenster von einigen Stunden an einem Wochenende erlauben, in dem die Services nicht verfügbar waren.

CW: Welche Migrationsstrategie wurde gewählt?

Lambot: Das neue Rechenzentrum von Grund auf neu auszurüsten, kam nicht infrage. Eine Big-Bang-Migration mit einer Downtime von zwanzig Stunden war ebenfalls ausgeschlossen. So war für mich klar, dass wir die Gelegenheit nutzen, um unsere SAN-Technologie zu erneuern. Wir bildeten Metrocluster, um ein neues Niveau der Hochverfügbarkeit mit unserer VMware-Umgebung zu erreichen. Die virtuellen Server aus dem bisherigen Rechenzentrum haben wir erst nach Zürich migriert und dann von dort nach Lupfig. So waren wir auch in der Lage, Tests bei hoher Last durchzuführen, ohne das operative Geschäft zu beeinträchtigen.

CW: Gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie ins Schwitzen gekommen sind?

Lambot: Der Zeitplan war sehr sportlich. Wir waren auf die volle Unterstützung von Green angewiesen, um so schnell den eigenen Cage zu beziehen.

CW: Gab es einen Plan B für den Fall, dass die Migration nicht klappt?

Lambot: Wir hatten eine Vereinbarung, dass wir noch länger im alten Rechenzentrum hätten verbleiben dürfen – die Zeit war allerdings begrenzt.

CW: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal vor der gleichen Aufgabe stünden?

Lambot: Man lernt in jedem Projekt dazu. Grundsätzlich sind wir mit dem Resultat wie auch mit der Vorgehensweise aber sehr zufrieden.

CW: Waren die laufenden Kosten ein Thema und ist es Ihnen gelungen, hier zu sparen?

Lambot: Durch den Einsatz von Virtualisierung ist es uns tatsächlich gelungen, die laufenden Kosten weiter zu senken.

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