Suva: Software erkennt falsche Rechnungen

» Von Mark Schröder , 10.02.2016 08:00.

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Die Sumex-Lösung spart der Suva viel manuelle Prüfarbeit. Die Systemvoraussetzungen dafür sind aber vergleichsweise gering. «Die Software wurde in Java realisiert und läuft somit auf unterschiedlichsten Systemen. Auf einem handelsüblichen Server können 400'000 Rechnungen pro Nacht verarbeitet werden», sagt Elca-Manager Musterle. Die Programmierer hatten bewusst für eine Eigenentwicklung und gegen eine Standard-Software entschieden, um die Lizenzkosten tief zu halten. 

Das gilt auch für die zugrundeliegenden Algorithmen: Anstatt einer R-Implementierung wurden Java-Bibliotheken gewählt, die statistische Verfahren ebenso beherrschen. Wie Musterle erklärt, kommen bei den Kontrollen verschiedene statistische Methoden wie Clustering im n-dimensionalen Raum, Decision-Trees, Outlier Detection, Principal Component Analysis und Wahrscheinlichkeitsverteilungen zum Einsatz. Alle Routinen würden im laufenden Betrieb anhand von anonymisierten Live-Daten regelmässig geeicht. «Die Tests für die Identifikation komplexer Muster liefern lediglich Wahrscheinlichkeiten. Die Sachbearbeiter haben immer das letzte Wort», betont Suva-Manager Schmidiger.

Grenzen von Sumex II

Für die Auswertungen und Kontrollen der Rechnungen werden bis anhin noch nicht alle verfügbaren Informationen genutzt. Laut Schmidiger könnten die Routinen noch verbessert werden, wenn als Vergleichsobjekte auch unstrukturierten Daten wie Arztberichte in die Analysen mit einfliessen würden. 

Um die theoretischen Möglichkeiten der fortgeschrittenen statistischen Methoden weiss Elca-Divisionsleiter Musterle. Aktuell absolviert die Software zwar schon komplizierte Prozeduren, die Module können aber einfach erweitert werden. Würden etwa prädiktive Verfahren eingesetzt, liessen sich Vorhersagen über mögliche Verläufe eines Falls treffen und ein entsprechendes Case Management aufgleisen.

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