Suva: Software erkennt falsche Rechnungen

» Von Mark Schröder , 10.02.2016 08:00.

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Die Spezialisten von der Suva wissen, wie sich verfälschte Rechnungen lesen. Die schiere Masse lässt es aber nicht zu, dass alle Positionen einzeln und manuell geprüft werden. Hier leistet der Sumex-Algorithmus gute Dienste. Die Software detektiert besonders auffällige Rechnungen und filtert sie zur manuellen Beurteilung heraus. Dank der automatischen Verarbeitung müssen die rund 50 Fachexperten heute nur noch eine geringe Anzahl der circa 600'000 Fälle pro Jahr respektive 20 Millionen Positionen kontrollieren.

Die obligatorischen Verträge mit dem Unfallversicherer enthalten weder einen Selbstbehalt noch eine Franchise. Diese Tatsache verführt dazu, dass nicht zwischen Krankheit und Unfall unterschieden wird. Die Suva muss nach den Worten Schmidigers etwa bestimmen, ob ein Parkschein in Kombination mit einem Spitalbesuch vergütet werden kann, eine Prostata-Untersuchung bei einer Knieverletzung angezeigt ist, es einen Zusammenhang zwischen dem Grünen Star und einer verschriebenen Anti-Baby-Pille gibt oder eine Schwangerschaftsuntersuchung nach einem Töff-Unfall erstattungspflichtig ist. «Auf den ersten Blick mögen Unfall und Therapie nichts miteinander zu tun haben», sagt der Suva-Experte. Pauschal und automatisiert (durch eine Software) könnten aber nicht alle Entscheidungen getroffen werden. Für die Suva ist der Aufwand gering: «Das Zurückweisen einer Rechnung kostet wenig. Damit lohnt sich der Prozess auch bei tiefen Beträgen», erklärt Schmidiger.

Die Kontrolle und Verarbeitung der Rechnungen werde in Zukunft noch effizienter, glaubt Musterle. Laut dem Divisionsleiter Gesundheitswesen lerne Sumex bei jeder kontrollierten Rechnung dazu: Die Software kann auf immer mehr Daten und Wissen zurückgreifen, auch weil Sachbearbeiter, die vom System als auffällig markierte Rechnungen prüfen, Feedback wieder einspeisen, etwa warum eine Rechnung bezahlt oder zurückgewiesen wurde. 

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