PostFinance: Software-Testing in Stunden statt Monaten

Mit Automatisierungs- und Simulationslösungen von CA testet PostFinance neue Systeme heute innert Stunden. Manuelle Tests würden Monate dauern, sagt Test Managerin Giovanna Surdo.

» Von Mark Schröder , 17.12.2015 09:00.

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Wie viele Schweizer Unternehmen besitzt auch PostFinance eine gewachsene IT-Infrastruktur. Über die Jahre wurden immer neue Lösungen angeschafft und mit den bestehenden Systemen integriert. Diese heterogene Infrastruktur birgt einige Herausforderungen, zum Beispiel dass auch Kernsysteme an einem gewissen Zeitpunkt ihr Support-Ende erreichen – und dann erneuert werden müssen. «Vor gut drei Jahren hat PostFinance die Migration auf den Enterprise Service Bus von Oracle (ESB) gestartet», erklärt Giovanna Surdo, Test Managerin bei PostFinance.

An die zentrale Oracle-Integrationsplattform sind die meisten Applikationen angeschlossen und unzählige Transaktionen kommen täglich zusammen. Beim Entwickeln einer neuen Schnittstelle sind umfangreiche Tests erforderlich. Getestet werden müssen alle bisher bestehenden Datenflüsse sowie diejenigen, die neu über den Service Bus laufen. Dabei handelt es sich unter anderem um Mappings von einen Format in ein anderes (etwa für internationale Zahlungsstandards), um Datenanreicherung (wie Adressen oder Bilder), Routing von JMS-Nachrichten und Files, Web-Service-Requests oder auch Datenbankschnittstellen.

2000 Tests bräuchten Monate

Für ein neues Release muss das ESB-Testteam von PostFinance heute in 2085 Tests prüfen, ob bestehende Funktionen richtig laufen und diese nicht durch neue beeinträchtigt werden. Mit dem bisherigen manuellen und zeitraubenden Vorgehen war es für PostFinance schwierig, die migrierte Software in der geforderten Qualität sicherzustellen.

Um die Abläufe zu beschleunigen, haben Spezialisten von PostFinance und Innovation Process Technology (ipt) eine Testautomatisierung mit der Lösung «Application Test» von CA Technologies entwickelt. Gleichzeitig wurde ein agiles Vorgehen lanciert, das durch veränderte und aufeinander abgestimmte Prozesse zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Testing geführt hat. Neu wird durch kontinuierliches Testing jeder Entwicklungsfortschritt kontrolliert und dabei automatisch geprüft, ob ein Patch auch im Zusammenspiel mit der bestehenden Software funktioniert. Dies erlaubt auf den Teststart für jeden Release eine gut geprüfte und stabile Software-Lieferung seitens ESB.

Durch die Automatisierung können der Testaufwand und die Testdurchlaufzeiten stark verkürzt werden. «Manuelle Tests würden Monate dauern. Mit der Testautomatisierung wissen wir in circa acht Stunden, ob ein Patch korrekt arbeitet», sagt Surdo. Gleichzeitig verringere sich das Risiko von Fehlern, weil diese frühzeitig erkannt werden. Damit verkürze sich die Time-to-Market.

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KOMMENTARE

Armin Heinzmann: 11-01-16 21:59

Danke für den Bericht. Das funktioniert vielleicht mit Trivialfunktionen, aber nicht in einem hochintegrierten System mit hunderten oder oft tausenden von Schnittstellen, die z.T. auch innerhalb einer Transaktion konsistent sein müssen. Guter Verkaufsbericht - gratuliere. Nur meinen dann wieder Manager, es funktioniere alles auch so und sind danach enttäuscht, wenn das nicht flächendeckend und fast kostenlos funktioniert ...

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