Schwerer Stand für Business Process Management
Business Process Management ist ein viel beschworenes Schlagwort dieser Tage. Trotzdem nutzen viele Unternehmen das Potenzial nicht einmal ansatzweise aus.

weitere Artikel
» Von , 15.08.2012 06:00.
Viele Unternehmen und Organisationen im deutschsprachigen Europa nutzen das Potenzial, das ein methodisches Business Process Management (BPM) bietet, wenig oder gar nicht. Zu diesem Ergebnis kam die Studie «Business Process Management – Status quo und Zukunft» der School of Management and Law der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Befragt wurden 219 Vertreter verschiedenster Branchen aus über 200 Unternehmen und Institutionen, 78 Prozent davon aus der Schweiz, mit Umsätzen zwischen 5 Millionen und 3,5 Milliarden Euro.
Von einer unternehmens- und plattformübergreifenden Prozesssteuerung geschweige denn -automation sind die meisten Firmen also noch weit entfernt. 23 Prozent der Teilnehmer haben gerade einmal ausgewählte BPM-Themen ins Auge gefasst. Bei 32 Prozent der befragten Unternehmen befindet sich BPM im Entwicklungsstadium auf Stufe 3 von 4, das heisst, einige BPM-Methoden sind bereits eingeführt und kontinuierliche Verbesserungen teilweise etabliert (vgl. Grafik 1). Aber nur 7 Prozent haben die Richtlinien und Methoden zu einem grossen Teil bereits eingeführt.
Wer nutzt BPM?
Am aufgeschlossensten und fortschrittlichsten gegenüber BPM sind die Banken und die Informatikbranche. Hier wurde am meisten Stufe 3 und 4 erreicht. Aber auch die Energie- und Wasserversorgungsbranche (55% auf Stufe 3, 18% sogar auf Stufe 4) ist gut dabei. Ebenfalls auf gutem Wege befinden sich das Baugewerbe sowie die Transport- und Verkehrsbranche. Je grösser übrigens eine Organisation, desto ausgeprägter das BPM-Bewusstsein. Relativ abgeschlagen sind Dienstleister, der Handel, die Automobilbranche und Versicherungen. Besonders bei den allgemeinen Prozessen der öffentlichen Verwaltung besteht noch erhebliches Verbesserungspotenzial.
Der am häufigsten genannte Grund, BPM-Methoden einzusetzen, ist laut Umfrage die damit angestrebte Qualitätsverbesserung (76%), gefolgt von Prozessoptimierung mittels Standardisierung (73%) und der Steigerung der organisationalen Produktivität (61%). Interessanterweise erachteten nur 27 Prozent der Befragten die Steigerung der Kostentransparenz als wichtig (vgl. Grafik 2).
Auf der nächsten Seite: Fehlende Unterstützung von Oben.






KOMMENTARE
KOMMENTAR SCHREIBEN