Schweizer CRMs: Stärken und Schwächen

» Von Michael Kurzidim , 28.07.2014 15:00.

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Marktführer Microsoft

Microsoft Dynamics CRM ist mit 14,3 Prozent der CRM-Marktführer in der Schweiz. Zum Kundenstamm zählen zum Beispiel der Schweizer Maschinenbauhersteller Ammann Group und die Würth AG. Etwa ein Drittel aller Kunden beziehen das Microsoft-CRM aus der Cloud. Viele Schweizer Kunden bevorzugen dabei eine zweigleisige, hybride Strategie und setzen Dynamics auf den firmeneigenen Servern (on premise) und in der Cloud ein.

CRM-Pionier Salesforce

Punkto Cloud jedoch heisst der Marktführer weltweit nicht Microsoft, sondern Salesforce. Das von Marc Benioff geführte Unternehmen ging bereits vor 16 Jahren in die CRM-Cloud und konnte bislang 100000 Kunden für sich gewinnen. Benioff hat sein Angebot in Customer Cloud, Sales Cloud und Marketing Cloud diversifiziert und alle Lösungen sind optimal auf-einander abgestimmt, das heisst integriert.  Auch in der Schweiz attestieren die Analysten von Experton der Benioff-Company punkto Wettbewerbsstärke und Portfolioattrak­tivität eine herausragende Position. Salesforce führt in diesen beiden Bewertungskriterien
mit grossem Abstand vor Microsoft, SAP, Oracle und CAS (mehr Infos auf computerworld.ch -  Webcode: 66055).

Hewlett-Packard Schweiz legte vor etwa eineinhalb Jahren sein Oracle Siebel CRM ad acta und wechselte zu Salesforce. Zu den jüngeren Kunden zählt unter anderem die Zürich Ver­sicherung. Trotz dieses Qualitätsnachweises aus berufenem Munde will es jedoch in der Schweiz mit den Abverkäufen nicht so richtig klappen. Die Swiss-CRM-Studie der ZHAW bescheinigt Salesforce lediglich einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Stück am Schweizer CRM-Kuchen sogar ein wenig kleiner geworden (2013: 4,9 Prozent). Trauen Schweizer Kunden den Amerikanern punkto Datensicherheit nicht über den Weg?

Datensicherheit sei für ihn ein sehr emotionales Thema, sagte Joachim Schreiner, Senior Vice President DACH bei Salesforce, zu Computerworld. «Wir erfüllen alle juristischen Voraussetzungen und unterschreiben unsere Verträge nach Schweizer Recht, die Kundendaten unterliegen dem Schweizer Datenrecht», betont Schreiner. Ausserdem seien die Ergebnisse der Swiss-CRM-Studie für Salesforce besser, als «Computerworld sie interpretiert», meint der Salesforce-SVP. Denn Schweizer Partner von Salesforce veredeln das Standard-CRM aus der Cloud und schneiden es auf bestimmte Branchen zu. Nur segelt das entstandene Branchen-CRM dann nicht mehr unter der Flagge von Salesforce, sondern unter der des Partners. «Wir sind in der Schweiz sehr stark gewachsen», betont Schreiner und nennt in der Schweiz etwa die auf den Pharma- und Life-Science-Markt spe­zialisierte Salesforce-Partnerin Veeva. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich Veeva jedoch nicht als schweizerisches, sondern als waschechtes US-amerikanisches Unternehmen mit Hauptquartier im kalifornischen Pleasanton.

Der zweite von Schreiner genannte Salesforce-Partner Nefos stellte sich jedoch nach kurzer Recherche als echter Schweizer heraus. Nefos mit Sitz und gegründet in Zürich erweitert die Salesforce-Cloud mit eigenen Produkten wie Nefos Mobile, der Salesforce-App fürs iPad, und Nefos Rita, einer Lösung für die schnelle Integration von SAP und Salesforce (Voraussetzung für kollaboratives CRM). Nefos könne SAP und Salesforce live innerhalb von zwei Stunden in-tegrieren, lobt Schreiber den Schweizer Partner. Die Swiss Re soll mit Nefos ihr CRM-Projekt bereits erfolgreich umgesetzt haben.

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