Exklusiv-Interview: Big Data - Fakten, Trends, Prognosen
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» Von , 16.04.2012 15:44.
CW: Einer der nächsten ganz grossen Trends ist Mobility, zurzeit getrieben durch die riesigen Abverkäufe im B2C-Markt, ich glaube, daran gibt es keinen Zweifel...
Brobst: Mobility im B2B-Markt ist einer der nächsten grossen Trends. Wir bauen Data Warehouses, um die Mitarbeiter eines Unternehmens in ihren Markt-, Finanz- oder Risiko-Entscheiden zu unterstützen, und Mitarbeiter fordern Zugriff über ihre Mobilgeräte. Gartner prognostiziert, dass 2013 mehr als ein Drittel aller BI-Zugriffe über mobile Devices erfolgen wird.
CW: Das ist eine eher optimistische Prognose...
Brobst: Ich finde, sie ist eher zu pessimistisch. Wenn Ende 2013 weniger als zwei Drittel alles BI-Anfragen nicht mobil erfolgen würden, wäre ich sehr überrascht.
CW: Vielleicht in den Vereinigten Staaten...
Brobst: Nein, nein, auch in der Schweiz, in jeder entwickelten Marktwirtschaft, in der Smartphones oder Tablets benutzt werden. Die traditionelle Business Intelligence definiert BI als Infosystem für die Mitarbeiter eines Unternehmens. Ich denke, das gereifte (mature) Data Warehouse eines Unternehmens wird immer häufiger auch von Menschen ausserhalb der Firmen benutzt, und diese Externen werden die Anzahl der Mitarbeiter bald überflügeln.
Metro zum Beispiel erlaubt nicht nur ihren Mitarbeitern, sondern auch ihren wichtigen Zulieferern wie Unilever, Procter & Gamble oder Coca Cola Zugriff auf ihr Data Warehouse. Die Applikation heisst Metro Link; Walmart macht das Gleiche.
Denken Sie diese Entwicklung noch einen Schritt weiter, dann sind nicht nur Zulieferer und Partner, sondern auch Kunden Teil der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, etwa einer Bank. Business Intelligence wird damit zur Consumer Intelligence. Ich nehme gerne Banken, weil sie zu den "early adopters" dieser Technologie gehören.
«Banken gehören zu den "early adopters" von Consumer Intelligence.»
Als CEO erwarte ich von meinem Data Warehouse Infos zu KPIs wie Umsatz, Kosten und Risiken plus Detailanalysen, Visualisierungstools und so weiter.
CW: In der Schweiz gibt es bereits den Online-Trading-Service Swissquote, der aktuelle und historische Informationen zur Performance von Wertpapieren plus Analysten-Empfehlungen liefert. Auf Swissquote können Privatkunden online auch mit Währungen spekulieren, Schweizer Franken gegen Euro oder japanische Yen. Consumer Intelligence ist in der Schweiz schon angekommen.
Brobst: OK, das zeigt in die richtige Richtung, aber es geht noch weiter. Ich glaube, dass in Zukunft Privatkunden die gleichen Informationen benutzen können wie heute der CEO einer Bank. Bankhäuser werden ihren Kunden die mächtigen analytischen Entscheidungsfunktionen und die Daten ihrer Data Warehouses frei schalten, und die Kunden greifen mobil darauf zu.
Lloyds Banking Group und Wells Fargo machen das heute schon, bald werden es alle Kunden weltweit wollen. Auch in anderen Märkten wie im Gesundheitswesen oder in der Energieversorgung wird Consumer Intelligence Einzug halten.
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