ERP-Projekte sind keine IT-Projekte
Die Erfolgsbilanz von ERP-Projekten ist ernüchternd – insbesondere bei der Ablösung von Legacy-Systemen. Schuld daran ist oft eine auf die IT reduzierte Perspektive.
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» Von , 07.05.2012 15:00.
Der Autor ist Managing Partner bei Zellweger Management Consultants in Pfäffikon (SZ), spezialisiert auf Reorganisations-, Proessoptimierungs- und ERP-Projekte.
Die Liste mit Literatur zur erfolgreichen Durchführung von ERP-Projekten ist lang und doch sind die Resultate in der Praxis ernüchternd. Laut einer von uns durchgeführten Umfrage aus dem Jahr 2010 werden 35 Prozent der ERP-Projekte teurer als geplant, bei 57 Prozent wird der Terminplan nicht eingehalten und 75 Prozent aller Systeme werden nach der Einführung punkto Anpassungsfähigkeit als problematisch eingestuft. Es besteht also eine beachtliche Diskrepanz zwischen Erwartungen und Ergebnissen. Warum bringen ERP-Systeme nicht den erhofften Nutzen? Die How-to-Literatur behandelt das Thema mehrheitlich aus der IT-Optik und liefert Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Implementierung. Diese Sichtweise greift aber zu kurz, denn sie betrachtet die Aufgabe aus dem falschen Blickwinkel.
Verhängnisvolles Missverständnis

«Strukturen und Prozesse zu optimieren, kann nicht Aufgabe der IT sein» Andreas Ulrich
Leider nutzen nur wenige Unternehmen diese grosse Chance. Die meisten gehen stattdessen vom Istzustand aus und versuchen, diesen mit dem neuen ERP-System nachzubilden und allenfalls zu automatisieren. Das hat gravierende Folgen: Die 1:1-Abbildung bestehender Strukturen und Prozesse führt zu einem zwangsläufig komplexen und zudem rückwärtsorientierten ERP-System. Das verursacht während der Einführung teures Customizing und später hohe Folgekosten für Anpassungen, Wartung und Unterhalt. Wenn das ERP-System schon bei seiner Einführung unnötig komplexe Strukturen abbildet, kann es auch nicht flexibel auf künftige organisatorische Veränderungen reagieren und macht jeden ERP-Releasewechsel zur Zitterpartie. Das Resultat: Das ERP-System wird nicht zum Treiber von Operational Excellence, sondern zum Bremser.
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