Bring your own Device

Mitarbeiter wollen ihre privaten Geräte ins Unternehmen bringen. IT-Verantwortliche müssen abwägen: Rechtfertigt die Senkung der Hardware-Kosten den Souveränitätsverlust?

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» Von Reto Vogt , 27.07.2011 06:00.

BYOD ist nicht der Nachfolger von YMCA, sondern ein neues Phänomen, mit dem sich heute jede IT-Abteilung auseinandersetzen muss. Während Mitarbeiter früher glücklich waren, wenn sie ein GeschäftsHandy und ein Notebook gestellt bekamen, wollen sie heute die privat gekaufte Hardware ins Büro nehmen und für die tägliche Arbeit einsetzen. Auf Englisch nennt man dieses Bedürfnis «Bring your own Device» – kurz BYOD. Wenn Firmen das erlauben, verliert der haus­eigene Gerätepark an Homogenität und die Verantwortlichen müssen deutlich mehr Zeit in die Verwaltung der Geräte investieren. Laut den Spezialisten von Aruba Networks zählt jedoch das Einbinden von privaten Geräten ins Firmennetzwerk zu den grössten Herausforderungen von BYOD: «Die Netzwerkkosten können explodieren, wenn sich Mitarbeiter mit ihren persönlichen Geräten ins Firmen-WLAN einwählen», so der Regional Director Roland Messmer. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Firmen fehlt die Kontrollmöglichkeit, welche Webseiten Mitarbeiter auf ihren persönlichen Geräten besuchen und das Netzwerk belasten.

Darüber hinaus setzen sich Unternehmen zusätzlichen Datenschutzrisiken aus: Sobald Mitarbeiter mit ihren persönlichen Geräten auf kritische Daten zugreifen, stehen diese jeder Person frei zur Verfügung, die sich Zugang zum Gerät verschafft. Denn Firmen können sich nicht darauf verlassen, dass sich ihre Mitarbeiter an wichtige Grundsätze, wie zum Beispiel die Festlegung eines Zugangspassworts, halten. Sollten die IT-Abteilungen ihren Mitarbeitern mit diesen Argumenten das Mitbringen eigener Geräte untersagen?

Positive Effekte für Mitarbeiter

Roland Messmer von Aruba Networks sieht trotz der gewichtigen Hindernisse nebst den sinkenden Investitionskosten einen grossen Vorteil für Unternehmen: «Durch BYOD erhöht sich die Produktivität von Mitarbeitern, da sich diese an ihre eigenen Smartphones und Tablets gewöhnt haben.» Diese Aussage bestätigt eine Umfrage unserer Schwesterzeitschrift Computerwoche. Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmer bewerten den Effekt von BYOD auf die Mitarbeiter «eher positiv» und «sehr positiv». Nur gerade sechs Prozent meinen, das Mitbringen von eigenen Geräten hätte einen «negativen» oder «eher negativen» Einfluss auf die Mitarbeiter.

Klar ist: Unternehmen müssen sich heute mit BYOD auseinandersetzen. «Seit einigen Monaten ist dies nicht nur ein Trend, sondern eine Tatsache – speziell bei Mitarbeitern des Managements», so Koni Iten, CIO des Reiseveranstalters Hotelplan. Vor allem Kaderleute wollen eine grosse Anzahl an Notebooks, Macs, Tablets und Smartphones mitbringen, erläutert Iten. Es sei intern diskutiert worden, die Möglichkeiten einzuschränken. «Das haben wir aber verworfen.» Allerdings fördere Hotelplan das Mitbringen privater Geräte nicht aktiv, gesteht Koni Iten. «BYOD ist aber nicht mehr aufzuhalten, da es für Mitarbeitende viele Vorteile bringt», ist sich Iten sicher. Der CIO zählt auf: «Alle Mitarbeitende haben von überall Zugriff auf die geschäftlichen Unterlagen. Darüber hinaus können diese genau mit den Geräten arbeiten, die ihnen am vertrautesten sind.»

Aber nicht alle Unternehmen handeln so wie Hotelplan – obwohl die Bedürfnisse der Mit­arbeitenden ebenfalls vorhanden sind. Beispiels­weise lehnt die Krankenkasse Helsana derartige Lösungen aus Datenschutzgründen kategorisch ab, wie Sprecherin Claudia Wyss sagt.

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