Big Data im Realitäts-Check
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» Von , 15.06.2012 13:22.
6. Big Data ist der Weg zur Differenzierung
Der Möglichkeitsrahmen der maschinengenerierten und/oder durch soziale Medien erhobenen Daten ist enorm. Wer es versteht, diesen für sich zu erschliessen, wird sich definitiv von seinen Mitbewerbern differenzieren. Gartner geht davon aus, dass sich der Unterschied zwischen Firmen, die Big Data sinnstiftend nutzen und solchen, die dies verpassen, in den kommenden Jahren deutlich im Erfolgsausweis manifestieren wird. Produkte wie Dienstleistungen werden je länger je stärker zu einem austauschbaren Gut. Wer sich über Big Data differenzieren kann, ist dem Mitbewerb voraus.
7. Big Data ist grösser als die Cloud
Big Data Analytics kann in der Cloud erfolgen, muss aber nicht. Cloud Computing ist, als eine der möglichen Implementierungsformen, quasi ein Subset von Big Data. Natürlich ermöglicht die Cloud gerade im Bereich von externen Datenangeboten (z.B. Marktdaten, Bonitätsdaten etc.) einen sehr einfachen Weg, um eigene Daten nutzenstiftend anzureichern und zu veredeln. Bereits heute bieten die sogenannten «Über-Clouds» – allen voran Amazon, aber auch Google und Microsoft – entsprechende Storage- und Analysemöglichkeiten an: mit Hadoop/MapReduce oder BigQuery. Am effektivsten ist eine derartige Lösung dann, wenn die Daten bereits in der Cloud liegen bzw. dort gesammelt werden und nicht zusätzlich verschoben werden müssen.
8. Big Data erschliesst neue Geschäftsfelder
Es gibt bereits Firmen, die aufgrund ihrer Analysen und den damit einhergehenden Entdeckungen die solchermassen angereicherten Daten weiterverkaufen und damit neue Business Units gründen. Gerade im Bereich Marktforschung dürfte Big Data die wohl massivste Veränderung seit der Erfindung des Telefons bewirken. Dies gilt sowohl für die externe als auch für die innerhalb der Firmen durchgeführte Marktforschung. Damit sind die Zeiten, als Studien mit 3-monatigen Laufzeiten in Auftrag gegeben wurden, die schon bei Erscheinen wieder schubladenreif waren, hoffentlich vorbei. Big Data will alles – hier und jetzt. McKinsey sieht für den Finanz- und Informationsbereich kurzfristig das höchste Nutzenpotenzial. Aber auch das Gesundheitswesen spielt hier ganz weit vorne mit.
9. Big Data kann das Leben transformieren
Dies klingt weit hergeholt, aber zum Beispiel bei der Vorhersage von Pandemien, für die personalisierte Medizin oder Smart Cities kann Big Data nicht nur einen kommerziellen Nutzen für die anwendende Firma stiften, sondern auch einen Beitrag für die Menschheit an sich leisten. Big Data bedeutet auch, dass man «gross» denken soll und sich nicht damit begnügt, eine bestehende Anwendung günstiger und effektiver zu betreiben.
10. Big Data ist nicht automatisch besser
Zum Schluss sollen auch die Schattenseiten nicht unerwähnt bleiben. Big Data bedeutet nicht automatisch, dass jeder alle Daten zur Verfügung hat und einen entsprechenden Nutzen erzielen kann. Anders ausgedrückt: Bigger data sind nicht unbedingt better data. Nur weil die Daten verfügbar sind, macht das deren Verwendung nicht per se ethisch vertretbar.
Danah Boyd, Senior Researcher bei Microsoft Research, hat dieses Dilemma in ihrem Vortrag am Oxford Internet Institute mit einem Satz zusammengefasst, der so prägnant wie unübersetzbar ist: «Data is increasingly digital air: the oxygen we breathe and the carbon dioxid we exhale. It can be a source of both sustenance and pollution.»




Um die Hintergründe und das "Wesen" von Big Data zu verstehen, empfehle ich diesen Blogartikel: http://blog.schober.de/2012/06/20/waten-durch-die-datenflut-big-data-verstehen/ Meine offenen und kritischen Fragen bzgl. Big Data wurden zwar nicht ganz ausgeräumt, aber auch Ihr artikel trägt dazu bei, sich diesem komplexen Thema Schritt für Schritt zu nähern. Vielen Dank!