Auf dem Weg zu einer digitalen Bibliothek

» Von Hansueli Locher und Dr. Dimitrios Tombros, 02.11.2011 06:00.

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Methodische Herleitung

Die NB ist Teil der Bundesverwaltung und damit verpflichtet, ihre Leistungen bei einem zentralen Leistungserbringer zu beziehen. Die Leistungsbezüger-Rollen, das heisst die Erfüllung der informatiknahen Aufgaben, sind organisatorisch in den Digitalen Diensten zusammengefasst. Damit werden die Kräfte gebündelt und es kann flexibel auf Anforderungsänderungen reagiert werden. Die Er­arbeitung einer IT-Strategie ist im Bundes­umfeld an verschiedene Rahmenbedingungen geknüpft, u.a. an eine vorgegebene Methodik. Um das Business-IT-Alignment sicherzustellen, wurde das Projekt gemeinsam mit den Fachvertretern erarbeitet. Als externer Berater unterstützte die AWK Group die Nationalbiblio­thek sowohl methodisch als auch fachlich.

Unter Berücksichtigung der fachbezogenen Einflussfaktoren entstand so in einem ersten Schritt das Business-Modell. Aus den bereits definierten Produkten und Leistungen der Nationalbibliothek wurde eine fachliche Domänen-Architektur abgeleitet. Die Identifikation und Beschreibung der für die Fachfunktionen benötigten IT-Funktionalitäten bildete die Basis für die Definition der funktionalen Soll-Architektur (sogenanntes «Capability Mapping»). Als letzter Schritt wurden die IT-Funktionalitäten und nicht funktionalen Anforderungen auf Architekturbausteine (Applikationen, Datenablagesysteme und Schnittstellen) abgebildet.

Herausforderungen für die IT

Bei der Umsetzung der IT-Strategie stellen sich drei wesentliche Herausforderungen:

Aufbau neuer Kompetenzen: Die digitale Bibliothek wird neue IT-Kompetenzen voraussetzen. Das betrifft die Digitalen Dienste wie auch die Fachbereiche. Diese sind rechtzeitig zu identifizieren und es ist zu entscheiden, welche dieser Kompetenzen intern aufgebaut und welche über externe Dienstleister eingebracht werden.

Trend zur weiteren Vernetzung: Die Fachanwendungen der NB sind bereits jetzt untereinander und mit Partnerinstitutionen vernetzt. Der Trend zur Vernetzung wird sich verstärken und die Komplexität weiter erhöhen. Die Daten- und Systemarchitektur werden immer wichtiger, ebenso eine möglichst weitgehende Standardisierung von Schnittstellen und Formaten.

Abhängigkeit vom Leistungserbringer: Die geplanten Veränderungen lassen sich nur mit der Unterstützung des Leistungserbringers realisieren. Eine enge Zusammenarbeit und der frühzeitige Einbezug in die Projekte sind wesentliche Erfolgsfaktoren.

Angaben zum Projekt

Projektdauer  12 Monate (2010–2011)

Aufwand  80 Personentage (intern)

Beteiligte Personen  16 Personen NB (Projektgruppe, GL), 2 Berater von AWK

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