Auf dem Weg zu einer digitalen Bibliothek

» Von Hansueli Locher und Dr. Dimitrios Tombros, 02.11.2011 06:00.

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Die IT-Strategie der NB

Wie stellt sich nun die IT der Schweizerischen Nationalbibliothek auf diese grossen Herausforderungen ein? Die Kernprozesse der NB laufen bereits jetzt zum überwiegenden Teil IT-gestützt ab. Auch beim Grossteil der Innovationsprojekte spielen IT-Aspekte eine wesentliche Rolle. Mit der Ausrichtung auf das sich verändernde Produktions- und Nutzungsverhalten wird sich der Stellenwert der Informatik weiter erhöhen. Langfristig richtet sich die Informatik der NB dabei auf folgende Leitlinien aus:

- Alle Voraussetzungen für eine digitale Bibliothek schaffen.

- Das Sammeln, Erschliessen und Erhalten von digitalen Inhalten tatkräftig unterstützen und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Vermittlung erstellen.
 Technologietrends frühzeitig erkennen und bei der Gestaltung der Architektur entsprechend berücksichtigen (z.B. Standardprodukte statt Eigenent-wicklungen).

Für den Erwerb, die Erschliessung, die Erhaltung und die Ausleihe werden weiterhin ein integriertes Bibliothekssystem (ILS, Integrated Library System) und Archivsystem (IAS, Integrated Archive System) eingesetzt. Damit kann die Datenhoheit einfacher festgelegt werden und Datenredundanzen lassen sich vermeiden. Mit dem Projekt «Sur place» wurden im Herbst 2010 ausserdem die Präsenzangebote attrak­tiver gestaltet. Ebenso wird die IT-Infrastruktur im Publikumsbereich erneuert.

Ist- und Soll-Architektur

Basis der IT-Strategie ist die definierte fachliche Domänenarchitektur, die auf den Leistungskatalog und die Produkte der NB ausgerichtet ist und von Geschäftsprozessanpassungen nicht beeinflusst wird.

Ziel der neuen Soll-Architektur ist die Integ-ration der Datenablagesysteme, um die Datenbewirtschaftung optimal zu unterstützen. Die Systeme ILS und IAS sind die Kernelemente dieser Architektur und bieten umfassende Funktionalität für die Domänen-Sammlung und -Nutzung. Ein zentrales Repository gewährleistet die Datenintegration. Es soll neben dem Archiv digitaler oder digitalisierter Sammel­objekte auch die Ablage standardisierter Metadaten enthalten und verschiedene Fachfunk­tionen unterstützen (z.B. Qualitätssicherung  und Anreicherung). Diese werden mit den bibliografischen Metadaten des ILS und IAS abgeglichen (siehe Grafik).

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