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Preiswertes Firmen-Routing

18.10.2006 | 10:03 Uhr

Wie steht es mit der Reife von Software-Routern auf Open-Source-Basis? Pros und Kontras zur quelloffenen Router-Steuerung.

Desiree Sterchi

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Das Fazit unseres Testcenters gleich zu Anfang: «Ja, Software-Router auf Open-Source-Basis können mit den Grossen der Router-Branche mithalten – unter bestimmten Vorbehalten.» Die meisten heute verfügbaren quelloffenen Software-Router entstammen einem von zwei Projekten: der Zebra-Initiative oder der Extensible Open Router Platform, kurz XORPLexikon. Mit Quagga-Software wurde ein Zebra-Abkömmling und mit Vyatta eine XORP-Anwendung getestet.

Quagga läuft aufwärts kompatibel unter GNU/Linux 2.4x, Free-BSD 4X, Net-BSD 1.6, OpenBSD 2.5 und Solaris 8. Zu den unterstützten Protokollen zählen: RIPLexikon (Routing Information Protocol), RIPv2, RIPng, OSPFLexikon (Open Shortest Path First), OSPFv2, OSPFv3, IPv6Lexikon, IGMPLexikon (Internet Group Management Protocol), IGMPv2 und das Border GatewayLexikon ProtocolLexikon 4. Daemons, also Dienstprogramme, die im Hintergrund arbeiten, ohne vom Benutzer aufgerufen zu sein, werden anhand Unix-basierter Routing-Tabellen abgeglichen, die Syntax zur Konfiguration erinnert stark an Branchenführerin Cisco. Der Wechsel von IP-Adressen findet innerhalb des Routers mit Hilfe von Konfigurationsdateien und Command-Zeile statt und fällt damit besonders leicht.

Nach ausgiebigen Tests mit Augenmerk auf Durchsatzleistung, Paketverlust und Latenzzeiten können zwei Einsatzbereiche unterschieden werden. Als Plattform für die Entwicklung zusätzlicher Router-Features wie etwa einer FirewallLexikon oder zur Detektion von Systemangriffen, eignet sich Quagga hervorragend. Als Routing-Software fürs Netzwerk sollten Leistungsbegrenzungen vorgängig gut abgeklärt werden. Quagga stellt nämlich hohe Hardware-Ansprüche und zeigt eine sensible Wechselwirkung mit der Port-Dichte. Gutes Unternehmens-Know-how verringert zudem die Abhängigkeit von der Open-Source-Gemeinde als Supporthilfe.

Der Open Flexible Router (OFR) der Firma Vyatta wurde vorinstalliert auf einem Dell-Server geliefert. Auch hier lieferten die Tests ein ähnliches Bild. Die Vyatta-Dell-Kombination darf sicher als echte Alternative innerhalb kleiner und mittlerer Unternehmen gehandelt werden, die schnell und aggressiv handeln und Systemanpassungen rigoros durchsetzen können. Vyattas Strategie-Verantwortlicher, Dave Roberts, sieht die Sache schon richtig, wenn er sein Produkt nicht für Internet-Backbones einsetzen würde, doch für Geschwindigkeitsbedürfnisse im Bereich T-1/T-3-WAN (Wide Area Network) eignet es sich allemal. Zusätzlich können bei Vyatta auch Service-Dienstleistungen und Software-Supports für jährlich 500 Dollar angefordert werden.

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