von Marc André Zhou
ASP.NET ist in die Jahre gekommen. Mit ASP
.NET, das zusammen mit dem .NET Framework
1.0 Anfang 2002 auf der Bildfläche erschien, versuchte Microsoft ursprünglich das vielen Entwickler bestens vertraute Windows Forms-Modell auf die Entwicklung von Web-Anwendungen zu übertragen. Ein WebForm-Formular wird mit einem Designer erstellt, per Drag&Drop mit Steuerelementen ausgestattet und per Doppelklick werden Eventhandler hinzugefügt. Doch der vermeintliche Komfortgewinn hatte seinen Preis. Für viele moderne Webanwendungen ist dieses Modell nicht mehr adäquat. Mit dem ASP.NET MVC (Model-View-Controller) Framework bietet Microsoft seit kurzem eine attraktive Alternative an. Vor einigen Wochen erschien das Release 2, das viele neue Funktionen mitbringt. Der erste Artikel einer dreiteiligen Serie gibt einen Überblick über das MVC
Framework und stellt es dem klassischen WebForm Modell gegenüber.
Was ist das MVC-Framework und wie funktioniert es?
MVC steht für
Model-View-Controller. Dahinter steht ein bewährtes Entwurfsmuster, das auf eine lange Tradition zurückblickt, die in den 70er Jahren im legendären Xerox Parc Research-Center (in dem bekanntlich unter anderem auch die Maus, die Programmiersprache Smalltalk und die grafische Benutzeroberfläche erfunden wurden) begann. Im Zusammenhang mit ASP.NET ermöglicht das MVC-Framework, eine ASP.NET-Anwendung in die Bestandteile Model, View und Controller aufzuteilen, die verschiedene Verantwortlichkeiten besitzen. Abbildung 1 zeigt an einem sehr einfachen Schaubild wie die drei Bausteine zueinander in Beziehung stehen.
Abbildung 1: Model-View-Controller-Beziehungen
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