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Prognose: Linux auf Kosten von Unix

03.03.2010 | 14:13 Uhr

Die Experton Group geht davon aus, dass der Einsatz von Linux im laufenden Jahr deutlich zunimmt. Als Grund wird der Virtualisierungstrend angegeben. Zu den grossen Verlierern zählen Oracle und HP.

Dr. Hellmuth Broda, Analyst bei der Experton Group
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Dr. Hellmuth Broda, Analyst bei der Experton Group

Gemäss dem Marktforschungsunternehmen Experton Group wird der Nutzungsgrad von Linux- und Open-Source-Lösungen weiterhin zunehmen. Zudem steige auch die Akzeptanz dieser Lösungen für geschäftskritische Applikationen, hauptsächlich für das Darstellungsmanagement für das Web-Frontend von Webservern. Als Grund nennen die Analysten den Virtualisierungstrend. «Linux läuft mittlerweile auf fast allen Virtualisierungsplattformen. Und nachdem nun auch der Hyper-V Hypervisor von Microsoft Linux-Support bietet, wird der Widerstand gegen Linux weiter bröckeln», ist der Analyst Dr. Hellmuth Broda überzeugt.

Das Nachsehen haben vor allem proprietäre Unix-Systeme. Solaris von Sun Microsystems werde aufgrund der kürzlich erfolgten Übernahme durch Oracle davon am stärksten betroffen sein. Leiden muss aber auch Hewlett-Packard. Die eher schwache Nutzung von Itanium und die Migration weg von PA-RISK führe dazu, dass HP-UX Plattformen von Linux-Plattformen verdrängt werden. IBM hingegen kann sich letztendlich als marktführender Unix-Anbieter etablieren: «Durch weitere Investitionen in die Power Architektur bleibt AIX eine zukunftsfähige Lösung», prognostiziert Broda.

Bei anstehenden Linux-Migrationen hat Red Hat die Nase vorn. Dicht gefolgt von Novells SuSE-Linux. Linux-Distributionen bei denen keine Lizenzgebühren für den Einsatz anfallen, wie z.B. Debian und Ubuntu, werden vorrangig von kleinen und mittleren Betrieben genutzt. Das Kostenargument sollte hierbei aber nicht im Vordergrund stehen. Denn auch frei verfügbare Software braucht Unterstützung und Beratung - «frei» bei freier Software heisst nicht «Freibier» sondern Freiheit von Fesseln, führt Broda weiter aus.

Während in der Schweizer Wirtschaft der Anteil an offenen Systemen stetig zunimmt, ist die öffentliche Hand noch sehr im Hintertreffen und macht sich von einzelnen Herstellern stark abhängig. Broda ist deshalb der Meinung, dass sowohl die öffentliche Hand als auch Grossunternehmen sich Open-Source als Alternative im Sinne der digitalen Nachhaltigkeit überlegen sollten.



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