Rechnet sich Cloud Computing, und welche Software-Dienste bezieht man am besten aus der Cloud? "In den vergangenen zehn Jahre ging es um SaaS, die kommenden drehen sich um Platform as a Service", prophezeite Marc Benioff, CEO des CRM
-Anbieters Salesforce, auf der Dreamforce in San Francisco. Benioff denkt dabei vor allem an Force.com, die Entwicklungsplattform aus der Cloud, die Salesforce im vergangenen Jahr einführte.
Das Beschaffungsmodell Software as a Service bietet Unternehmen Software-Lösungen wie CRM, Gehaltsabrechnung oder Personalmanagement zur Miete an, Kunden sparen die Kosten für Wartung und müssen sich nicht um lästige Details wie Sicherheit und Updates kümmern. Mit Platform as a Service (PaaS) mieten Firmen eine Entwicklungsplattform, programmieren also ihre Cloud-Software selbst. Auch die Konkurrenz bastelt an PaaS: Microsoft verfolgt mit Windows Azure ein ganz ähnliches Konzept.
Was haben die Kunden davon?
"Das gesamte Entwicklungs-Framework ist schon vorhanden, wird von Salesforce auf force.com bereit gestellt", sagte Steve Fisher, Senior Vice President Technology, gegenüber Computerworld. Dadurch seien Kunden in der Lage, über den Daumen gepeilt fünf Mal schneller zu entwickeln, zu einem Fünftel der Kosten, meinte Fischer. Schon zehn bis 20 Prozent der Codezeilen sollen ausreichen, um mit der Salesforce-Programmiersprache Apex und dem vorhandenen Entwicklungs-Framework brauchbare Geschäfts-Applikationen auf die Beine zu stellen.
Vier klare Benefits nach IDC
Die Marktforscher von IDC haben zehn Unternehmen analysiert, die auf Force.com Geschäfts-Applikationen (custom applications) entwickelt haben und seit mindestens zwölf Monaten produktiv damit arbeiten. Die Unternehmen stammen aus den Vereinigten Staaten, Europa und Asien. Die Ergebnisse zusammengefasst (IDC White Paper: Force.com Cloud Platform Drives Time to Market and Cost Savings):
1) Faster to market: Die auf Force.com erstellten Geschäftsanwendungen waren in einem Viertel der sonst üblichen Zeit entwickelt und einsatzbereit.. Die durchschnittliche Entwicklungszeit verkürzte sich um 76 bis 85 Prozent.
2) Lower cost: Die Unternehmen reduzierten ihre Total Cost of Ownership (TCO) über einen Zeitraum von drei Jahren um 54 Prozent und sparten etwa 560.000 US-Dollar Pro Applikation.
3) Higher quality: Die Ausfallzeiten haben sich um 97 Prozent reduziert, ausserdem wurde der Service Desk weseltlich seltener angefragt.
4) Better performance: Diese drei Vorteile verbesserten die Performance des gesamten Unternehmens und erhöhten den Jahresumsatz jedes Unternehmens um durchschnittlich 3,9 Millionen US-Dollar.
Fisher: In fünf Jahren ERP
aus der Cloud
Besonders das Potenzial für Business Applikationen aus der Cloud schätzt IDC hoch ein und beziffert den weltweiten Umsatz im Jahr 2012 auf 22 bis 23 Milliarden Dollar. Mittlerweile wird auch an richtig komplexen Applikationen geschraubt. "In weniger als fünf Jahren werde es das erste ERP
-System in der Cloud geben, möglicherweise auf Force.com", meint Senior VP Fisher gegenüber Computerworld.
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