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Vorsicht: Haushaltroboter laufen Amok

27.10.2009 | 14:25 Uhr

Haushaltsroboter stellen ein Sicherheitsrisiko für ihre Besitzer und die Umgebung dar. Dies betrifft nicht nur ihr Verhalten, sondern auch Kontrollen gegen unbefugten Zugriff.

idg

Der Rovio-Haushaltroboter könnte von Hackern gekapert werden und dann Schaden anrichten
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Der Rovio-Haushaltroboter könnte von Hackern gekapert werden und dann Schaden anrichten

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der University of Washington in einer aktuellen Forschungsarbeit. Viele aktuelle Eigenheimroboter sind bereits mit Netzwerk- und Internetfunktionen ausgestattet und kommunizieren mit ihrem Besitzer über Webcam und Audioverbindung. Die Sicherheitsdefizite sind allerdings beträchtlich: "Passwörter und Benutzernamen, aber auch die audio-visuellen Übertragungen werden zumeist unverschlüsselt gesendet. Damit kann sich ein Aussenstehender leicht Zugang zu den Systemen verschaffen", so die Forscher.

Prekär sei die Situation auch deshalb, da einige der neueren Robotermodelle über eine Webverbindung von aussen gesteuert werden können. Zwei der untersuchten Modelle, die umgerechnet jeweils rund 400 Franken teuren Spykee und Rovio, lassen sich zudem über ein geeignetes Netzwerk bedienen, selbst wenn der Roboter sich eigentlich im Ruhezustand befindet, lautet die Kritik der Forscher. Der Roboter könne in den Eigenheimen der Besitzer somit als Augen, Ohren und Hände für kriminelle Dritte fungieren.

"Die Diskussion zeigt, dass derzeit nicht einmal auf den elementaren Ebenen die Sicherheit gewährleistet wird", erklärt Sicherheitsexperte Christoph Lüth vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). "Dabei sprechen wir nur von sicherheitstechnischen Anforderungen, die im Grunde leicht behebbar sind, wie eine Passwort- oder Datenverschlüsselung. In vielerlei Hinsicht unbeantwortet bleibt bis heute allerdings die Fragestellung, wie man das sichere Verhalten von Servicerobotern im Haushalt gewährleisten kann", so Lüth, der am DFKI im Bereich "Sichere kognitive Systeme" forscht.

Die in der Studie beschriebenen Roboter seien allein durch ihre Kompaktheit schon kaum in der Lage, einen Menschen ernsthaft zu verletzen. Mit der wachsenden Grösse und einem zunehmend komplexen Aufgabenbereich steige allerdings auch das potenzielle Risiko, das von den Robotern in der Interaktion mit Menschen ausgehe. Dabei geht es nicht nur um vieldiskutierte Pflegeroboter in Menschengestalt. Vielmehr wird die Robotik auch in Bereichen eine Rolle spielen, die nur auf den zweiten Blick einen Serviceroboter vermuten lassen. Ein Beispiel dafür wäre ein elektronischer Rollstuhl, der mit einer mechanischen Servicehand ausgestattet ist.

Lüth zufolge existieren bereits Techniken, mit der Serviceroboter sicherer gestaltet werden können. "Mittels Laserscanner-Sensorik und 3D-Entfernungskameras sind Roboter heute schon gut in der Lage, Hindernisse und potenzielle Gefahrenquellen zu erkennen. Fortschritte gibt es auch in der Software-Entwicklung. So sollten Roboter zukünftig in der Lage sein, Situationen richtig zu analysieren und die richtigen Massnahmen zu treffen", erklärt Lüth. Das Problem daran sei, dass diese Techniken allerdings noch sehr teuer seien und daher für die massentaugliche Service-Robotik im Eigenheim kaum in Frage kommen.


 

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